Der heiße Norden: Kopenhagen Marathon 2018

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Kopenhagen, die Hauptstadt Dänemarks gilt als eine der schönsten und lebenswertesten Städte Europas und der Welt.  Ich war zwar bisher schon in Schweden, Norwegen und Finnland, aber hatte es leider noch nie in das Land geschafft, dessen Bewohner immer unter den glücklichsten der Welt rangieren und deren Läufer bei Rennen in Deutschland immer in großen Massen auftreten. Daher war bei der Jahresplanung klar: im Frühjahr geht es nach Dänemark und ich starte beim Kopenhagen Marathon.

Kopenhagen Marathon
Strava Strecke des Kopenhagen Marathons

In der Stadt von Hans Christian Andersen

Am Fronleichnamstag packten die Mietz und ich die Koffer und flogen sehr zeitig von Berlin nach Kopenhagen, welches uns mit strahlendem Sonnenschein begrüßte. Dank des unkomplizierten Öffinetzes und unserer netten Gastgeberin konnten wir schon um halb 10 in unser AirBnB im ruhige Stadtteil Valby einchecken. Ich hüpfte gleich in meine Laufschuhe und machte mich auf zu einem kleinen Run in den wunderschönen Fredriksberg Have, den Schlosspark der Sommeresidenz von König Frederik IV.

Zuhause angekommen ging es für uns in die Stadt und auf Erkundungstour. Dabei wurde natürlich auch der örtlichen Kulinarik gehuldigt und die ein oder andere Kanelsnegle (Zimtschnecke) verdrückt. Am Nachmittag machten wir uns noch auf den Weg zur Marathonmesse, die sich als eher überschaubar aber gut organisiert erwies. Bewaffnet mit den wichtigsten Rennutensilien widmeten wir den Donnerstag und Freitag dem Sightseeing inklusive eines kleinen Ausfluges nach Schweden.

Treffen mit den AR Copenhagen & dem rotem Panda

Den Tag vor dem Marathon hatten wir ruhig eingeplant. Das Wetter zeigte sich noch immer von seiner besten Seite (die Vorhersagen für den Marathon waren dadurch eher schwierig) und die Mietz wollte in den Zoo. Zuerst trafen wir uns jedoch nach einem feinen Frühstück mit den Adidas Runners Copenhagen. Wie immer waren auch viele Bekannte aus anderen Communities wie Madrid, London, Hamburg oder München vor Ort. Dazu sollte man beim Marathon 4x an der Cheerzone vorbeikommen, also bei Kilometer 5, 7, 32 & 35, um sich nochmals etwas extra PowAR abzuholen.

Danach gingen wir für ein paar Stunden in den Kopenhagener Zoo und sahen dort Wölfe, Eisbären, Tiger, Bären und natürlich das Lieblingstier der Mietz, den Roten Panda.

Abends wurde das Rennoutfit vorbereitet und ich habe Pasta gekocht, einer der Vorteile, wenn man ein Appartment und kein Hotel hat, besonders bei den dänischen Preisen. Dann blieb nur noch eine ruhige Nacht die mich vom Renntag trennte.

Renntag: Kühl! Oh, doch nicht!

Der Rennstart war für 9.30h geplant und so stand ich gegen 6 Uhr auf und machte mir Frühstück, während die Mietz noch weiter von den Pandas träumte. Wir hatten ausgemacht, dass ich alleine losgehen und sie dann in Ruhe auschecken würde. Sie würde dann bei Kilometer 16 stehen und dann an anderen Teilen der Strecke sein, da der Kurs immer wieder zentral durch die Stadt lief.

Kopenhagen Marathon
Blick am Weg zum Start (weiße Zelte rechts)

Ich machte mich gegen 8 Uhr auf dem Weg zum Start und war erstmals überrascht: Der Himmel bewölkt, es ging ein leichter Wind und mit 10 Grad war es doch eher angenehm kühl – hatten sich die Wettervorhersagen alles so sehr geirrt? Auch der Ausblick auf den Startbereich in Islands Brygge ließ Hoffnung auf keine Hitzeschlacht aufkommen.

Der Startbereich war weitläufig und gut organisiert. Man hatte innerhalb von 3 Minuten nach Betreten des Bereiches seine Beutel abgegeben, es waren genug WCs und Wasserstationen vorhanden und ich begann mich langsam aufzuwärmen. Plötzlich bemerkte ich etwas, was mich beunruhigte und einen Kardinalfehler bei jedem Lauf darstellt: Ich hatte vergessen meine Brustwarzen abzukleben!!! Nach kurzer Suche fand ich jedoch das Zelt der Sanitäter und eine nette dänische Dame rettete mich vor unschönen roten Flecken am Raceshirt 😀 .

Um 9:20 Uhr begab ich mich in Startaufstellung und dann passierte, was wir alle befürchtet hatten: Der leichte Wind hatte die Wölkchen weggeweht und pünktlich zum Rennstart war der Himmel über Copenhagen blau und die Sonne knallte herunter. Aber gut, war nun so. Die Uhr zählte die letzten Sekunden runter und wir rannten los.

Der Plan

Eigentlich wollte ich eine 3:05 – 3:10h zu laufen, da ich das als realistisch ansah. Eine erneute Sub-3h Zeit fand ich vermessen. Ich lief kurz hinter den 3h Pacern los und konnte Ihnen auch sehr gut folgen. Wir liefen in das Stadtzentrum und dann nordöstlich in Richtung des Natiolalstadions Parken, wo auch die Cheerzone wartete. Bei Kilometer 5 und 7 brauchte ich diese zwar wegen der Motivation noch nicht, aber es war toll wie man dort mit Flaggen & Trompeten in Empfang genommen wurde und man nochmals einen kleinen Kick für die folgenden Kilometer bekam.

Es ging weiter entlang des Kastells und vorbei am Amalienschloss, wo die königliche dänische Familie residiert. Die Sonne knallte vom Himmel und ich, sowie auch andere Läufer, wichen wenn möglich von der Straße auf die breiten Radwege aus um jede Sekunde Schatten mitzunehmen. Die Dänen indess waren unglaublich laut und so wie man Sie auch von Laufveranstaltungen in Deutschland kennt: Alle anfeuernd, mit den Nationalfarben bemahlt und einfach großartig.

Wenn das Rennen hart wird

Bei Kilometer 15 tauchte das Startgelände links von uns auf und wir begaben uns auf den Weg nach Vesterbro und Frederiksberg. Wie vorher mit der Mietz ausgemacht stand sie bei Kilometer 16 und konnte ein paar Bilder von mir machen, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

Wir rannten durch Stadteile in denen Leute in Kaffes beim gemütlichen Sonntagsfrühstück draussen saßen – etwas dass ich bei 20 Grad wohl auch getan hätte. Aber für den Marathon begannen die Temperaturen langsam zum Problem zu werden, denn der Schatten war auf diesem Teil der Strecke eigentlich nicht vorhanden. Bei den Waserstationen (~2,5 km) nahm ich mir immer 2 Becher, einen trank ich und einen verteilte ich über den Unterarmen, dem Kopf und Nacken. Erst ab Kilometer 26, nachdem wir an einem riesigen Straßenflohmarkt vorbeiliefen und es wieder in die Stadt ging, war etwas Schatten zu sehen, den wir auch so gut wie möglich ausnutzten

Die letzten Reserven mobilisieren

Es ging vorbei am Cheerpoint der Kopenhagener Laufcrew NBRO vorbei, die mit Bengalos eine rote Wand erzeugten. Bei Kilometer 29 stießen wieder auf die bekannte Runde Richtung Parken und damit fehlten nur noch 3 Kilometer bis zur Cheerzone. Dass ich die Strecke kannte half mir mich auf die letzten 12 Kilometer zu konzentrieren und so freute ich mich auf die Cheerzone und den notwendigen Energieschub der auch prompt kam. Denn ich sah die Fahnen, hörte die Tröten und dann sah Markus mich und konnte dieses tolle Foto aufnehmen.

Kopenhagen Marathon
Rehspeck am Adidas Cheerpoint

 

 

 

Ich rannte nochmals durch den Park und überholte noch einige Läufer denen es aufgrund der Hitze nicht mehr so gut zu gehen zu schien wie mir. Schneller als mir lieb war passierte ich bei Kilometer 35 nochmals die Cheerzone und dann war der Fokus nur mehr auf eines gerichtet: 7 Kilometer bis ins Ziel und endlich einen kalte Dusche.

Der Endspurt

Es ging erneut vorbei am Kastell, am Schloss der Königsfamilie und dann ein letztes Mal durch das malerische Nyhaven und der Kilometer 40 Markierung. Ich nahm auch gegen alle üblichen Gewohnheiten den Wasserpunkt bei Kilometer 41 mit, denn mir war einfach weiterhin heiß. Noch einmal über die Langebro Brücke um zum Ziel zu gelangen und dann sah ich endlich den Zielbogen. Bei 3:17:32h überquerte ich die Ziellinie.

Im Ziel gab es reichlich Verpflegung und sogar heißen Kakao (!!!) und warme und kalte Duschen. Da alles vor Ort war konnte ich nach dem Lauf sehr schnell die Mietz in die Arme schließen und wir machten uns noch auf dem Weg in die Base der Adidas Runner, wo ich mir eine Massage gönnte. Denn wir hatten nach dem Marathon noch eine Walking Tour gebucht, aber dazu könnt ihr mehr im nächsten Beitrag über die Stadt lesen

Fazit zum Rennen

Der Kopenhagen Marathon ist ein gut organisiertes Rennen durch die Hauptstadt Dänemarks. Der Kurs zieht sich durch alle Stadtviertel und man sieht dabei viel von der Stadt. Es gibt genug Trinkstationen, was gerade an einem warmen Tag wie 2018 ein Vorteil war.

Die Dänen sind wie man sie von den Rennen in Deutschland auch kennt: Laut, euphorisch und feuern jeden Läufer an, das war wirklich beeindruckend.

Einiziger kleiner Kritikpunkt, ist dass die Strecke durch die vielen Kurven an einigen Stelle etwas eng werden kann, wenn man in einer großen Gruppe (z.Bsp. hinter einer Pacer Gruppe) läuft.

Aber alles in allem kann ich den Marathon nur empfehlen.

Folge Rehspeck:

Key Account Manager

11 x Marathon Finisher,Immer und überall Läufer. 2:57h Marathon PB. Läuft 2018 in Valencia, Berlin, Kopenhagen. Running the Six: Berlin,Boston,Chicago ✔ NYC,LDN,TKY to be done.

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