Berlin Halbmarathon – 21km als Spendensammler

Berlin Halbmarathon – 21km als Spendensammler

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Der Berliner Halbmarathon war dieses Jahr im doppelten Sinn eine Premiere: Erstens lief ich zum ersten Mal bei diesem Rennen im Herzen Berlins, obwohl ich mir geschworen hatte, dass es mir zu blöde ist mich für einen Halben, der sowieso Berlins Standardstrecken abdeckt, schon im Herbst anzumelden. Aber nachdem ich vom Ronald Mc Donald Haus Berlin Wedding gefragt wurde ob ich für sie als einer von 20 Läufern als Spendensammler unterwegs sein wollte habe ich natürlich zugesagt.

Vor dem Rennen

Nachdem ich 2 Wochen vorher in Valencia bei der Halbmarathon Weltmeisterschaft schon an den Start gegangen war und dort ein bisschen vom Winde verweht wurde, sollte Berlin der ideale Test Halbmarathon in der laufenden Vorbereitung auf den Kopenhagen Marathon sein. Am Sonntag vor dem Rennen drehte das Wetter auch endlich von Winter auf Frühling und jeden Tag den es näher zum Renntag kam wurde es wärmer .Am Tag vor dem Race lief ich meine Rennkleidung ein und merkte zum ersten Mal, dass es eventuell doch sehr warm werden würde. Aber darüber würde ich mir Sonntag Gedanken machen.

Am Sonntag trafen wir uns 1 Stunde vor dem Rennen mit den anderen Läufern für das Ronald McDonald Haus am Strausberger Platz. Es herrschte eine gute Stimmung, aber unseren Neulingen auf der Halbmarathondistanz, wie der Schirmherrin des Hauses Model Eva Padberg, war die Nervosität ein bisschen anzusehen. Wir machten noch ein Gruppenbild und um 9.15 Uhr ging jeder seiner noch zu erledigenden Wege.

 

Als Mitglied der Adidas Runners hatte ich das Privilieg, nicht die Einrichtungen des SCC nutzen zu müssen, sondern mit dem Cafe Moskau direkt bei Start und Ziel einen eigene Racebase zu haben. Also hinterlegte ich dort meine Sachen, beendete die letzten Rennvorbereitungen und nahm auch dort am Gruppenbild teil. Dann gings um 9.45 Uhr endlich ab in den Startblock und das Rennen konnte beginnen.

Gruppenfoto der AR (By Michal Romacker)

Hot in the City

Um 10:05 Uhr fiel der Startschuss und ich lief mit meinem Freund Markus zusammen aus dem Block A los. Meine Taktik war bei der Wärme nicht zu schnell loszulegen, genug zu trinken und ab dem Ku’damm (~Kilometer 11) attackieren zu wollen. Markus verlor ich leider schnell aus den Augen. Wie immer sind die ersten paar Kilometer im Rennen dafür da seine Position zu finden und alles war gut. Alles? Naja, mir war warm und das neongelbe Shirt des McDonalds Hauses half nicht optimal dabei die Wärme abzuhalten – die Strecke verlief ja durchgehend in der Sonne und bot wenig Schatten.

Ich durchlief das Brandenburger Tor, kam zur Goldelse und erwartete das erste Wasser, denn immerhin waren wir ja bei Kilometer 5. Aber das Wasser kam irgendwie nicht. Wir erreichten den Ernst Reuter Platz bei Kilometer 6,5 und noch immer war kein Wasser in Sicht. Erst bei Kilometer 7 kam der langersehnte Wasserstand und ich nahm mir gleich zwei Becher: Einen für den Kopf, einen für den Bauch. Das kühlte mich erstmals etwas herunter. Das Schloss Charlottenburg kam immer näher und damit die Wende bei Kilometer 10 in Richtung des Ku’dammes. Der Split war mit knapp 41 Minuten okay, aber jetzt müsste es schneller werden.

Wenn plötzlich der Akku leer ist

Also versuchte ich schneller zu laufen, während wir kurz nach Kilometer 11 auf den Ku`damm einbogen. Wir kamen wieder voll in die Sonne und irgendwas war falsch. Den anstatt schneller zu werden wurde ich langsamer und wurde von einigen Läufern überholt. Jetzt hieß es Zähne zusammenbeißen und nochmal fokussieren. Also wieder das alte Mantra: Aktiver Beinhub, leichte Vorlage, starker Abdruck. Das funktionierte beim Breitscheidplatz auch etwas besser und auch beim Wittenbergplatz schien es gefühlt schneller zu gehen. Bei der Urania hielt ich nach meiner Kollegin Ausschau, die dort stehen wollte, konnte aber niemanden entdecken.

Am Lützowufer war aber dann leider endgültig Schluss und ich konnte nicht mehr zulegen. Es ging vorbei am Potsdamer Platz und nun kam auch noch starker Seitenwind hinzu. Immerhin waren es nur noch 4 Kilometer bis zum Ziel und bei Kilometer 19 wartete auch die Cheerzone der Adidas Runners. Eigentlich wollte ich nur mehr stehen bleiben, aber das war definitiv keine Option. Bei Kilometer 19 kam ich zur Cheerzone der Adidas Runners und nahm nochmals die Energie mit. Der Kilometer war dann mit 3:58 auch wieder schneller. Dafür zogen sich die letzten 2 Kilometer ins Ziel noch etwas, aber dann kam das Alexa in Sicht. Ich bog rechts ab und lief bei 1:29:16h ins Ziel.

Zielfoto, schon ohne Schuhe

Ice Ice Baby

Ich nahm die Medaille in Empfang und stolperte die 100 Meter zur AR Racebase. Dort angekommen entdeckte ich, worauf ich mich schon die letzten paar Kilometer gefreut hatte: Die Eistonne! Also Schuhe aus und sofort hinein – einfach die beste Recovery nach dem Rennen.

Danach dehnte ich und lies meine schweren Beine massieren. Nach und nach trudelten alle Läufer ein, einige hatten trotz des heißen Wetters Bestzeiten hingelegt und strahlten über das Gesicht. Bei kalten Getränken und Snacks wurde das Rennen besprochen. Nach knapp einer Stunde verabschiedete ich mich und ging zum Treffpunkt der Ronald McDonald Läufer, wo wir uns für nach dem Lauf verabredet haben. Binnen kurzer Zeit trudelten alle ein und es war toll zu sehen, das gerade jene, die zum ersten Mal einen Halbmarathon beendet hatten mit einem Lächeln ankamen.

Wir machten noch ein großes Gruppenfoto und die Crew der Ronald McDonalds Hauses bedankte sich für unseren Einsatz mit einem kleinen Goodiebag.  Außerdem wurde die tolle Nachricht verkündet, dass wir unser Spendenziel von 20.000€ erreicht haben.

Die Ronald McDonald Charity Läufer
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Key Account Manager

11 x Marathon Finisher,Immer und überall Läufer. 2:57h Marathon PB. Läuft 2018 in Valencia, Berlin, Kopenhagen. Running the Six: Berlin,Boston,Chicago ✔ NYC,LDN,TKY to be done.

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