Die AR City Night 2017 – Der schwarze Block erobert den Ku`damm

Die AR City Night 2017 – Der schwarze Block erobert den Ku`damm

eingetragen in: Blog, Running, Wettkämpfe | 0

Wenn der Ku`damm gesperrt ist und sich 10.000 Läufer und Skater bereit machen durch das Herz der City West zu flitzen, dann ist wieder Adidas Runners City Night. Schon 2016 (Bericht hier) hat Adidas die Leitung über die Veranstaltung von Vattenfall übernommen und letztes Jahr 400 Läufer aus den verschiedenen Communities an den Start gebracht. Für diese Jahr hatte man sich dann mehr vorgenommen…

 

Die Welt kommt nach Berlin

 

800 Läufer aus 32 Adidas Runners Cities, darunter Mumbai, Dehli, Johannesburg, Moskau, Dubai und Tel Aviv, reisten zur City Nacht an. Das Generator Hostel in Mitte war fast exklusiv für die Läufer geblockt und Freitag Abend gab es für die internationalen Gäste das erste Hightight: Ein Sightseeing Run durch die Stadt.

Ich hatte Freitag in der Mittagspause meine und Mietzes Startunterlagen geholt und mich dann auf dem Weg zum Runners Store gemacht um mir das Event Shirt abzuholen. Das gab es exklusiv für alle teilnehmenden Mitglieder der Adidas Runners mit dem Motto “This is fun taken seriously” auf dem Rücken. Den Sightseeing Run lies ich Freitag Abend aus, kam aber zum Community Hangout, wo ich einige Bekannte aus den verschiedenen Städten wieder traf und abends noch mit der Mailänder Crew Essen ging.

Da die City Night immer abends stattfindet, muss die typische Race-Day Strategie etwas umgestaltet werden. Das übliche „Früh Aufstehen – Frühstücken – zum Race – Los“ kann man hier vergessen und so schlief ich gemütlich aus und frühstückte mit der Mietz.

Dann gings in den Prenzlauer Berg zu den Community Games. Hier maßen sich 3 Teams in verschiedenen Geschicklichkeits- und Koordinationsübungen. Dazu war mit Hüpfburg, Planschbecken und Essen auch für Unterhaltung gesorgt. Ich fuhr danach nochmals heim, aß ne Kleinigkeit und legte mich 1 Stunde hin. Dann ging’s schon zum Ku´damm. Für die AR gab es eine eigene Kleiderabgabe und das Gruppenbild mit allen Läufern war sehr beeindruckend.

Gruppenbild AR
Gruppenbild AR

 

Das Rennen – Stark begonnen, dann verkalkuliert

 

Mein Wunsch war es eine 38:30 er Zeit zu laufen. Das hatte ich in Mailand beim Polimi Run auch geschafft, aber in Woche 2 des Trainingsplans für Chicago war mir durchaus bewusst, dass es auch anders laufen konnte.

Ich machte mich mit Rico und Alex auf dem Weg zum AR Block. Den gab es in diesem Jahr erstmals und alle Adidas Runners sollten zusammen direkt nach dem Sub 40 min Block starten. Wir haben uns dann in den A Block, wo wir zeitlich hingehören diskutiert, denn die Ordnerin war nicht begeistert, lies uns aber dann gewähren. Um 20.30 Uhr fiel der Startschuss und los gings.

Die ersten 1-2 Kilometer liefen gut, obwohl es sehr schwül war. Ich bemühte mich es nicht zu schnell anzugehen, eine konstante 3:51-Pace sollte reichen. Rico sah ich bald nur noch von hinten, aber bei Kilometer 3 und dem Schwenk nach rechts in Richtung Kantstraße war alles im Plan.

Bei Kilometer 4 sah ich erstmals auf die Uhr und war mit 3:51 genau im Plan und ich fühlte mich gut. Ich begann schon jene Läufer einzuholen, die zu schnell begonnen hatten. Plötzlich sah ich Yuri, einen AR Läufer aus Mailand neben mir, der schon beim Polimi Run mit mir lief und wir einigten uns zusammen zu bleiben. Bei der Wende am Kanzler Eck nahm ich einen Schluck Wasser und machte mich auf das mental schwerste Stück bereit. Diese Gegengerade am Ku´damm finde ich schwierig, weil man irgendwie nur darauf wartet, dass endlich die 180 Grad Wende kommt und der Endspurt beginnt.

Finisherbild Rehspeck

Bei Kilometer 6 liefen Yuri und ich auf eine Gruppe auf und hingen uns an diese, da es sich auch vom Tempo gut anfühlte. Endlich kam die 180 Grad Wende und nun hieß es nur noch geradeaus laufen. Ich schaute auf die Uhr als sie bei Kilometer 8 piepte und wollte am liebsten fluchen: 4:04min/km. Der ideale Pace der Gruppe war zu langsam! Wie konnte ich das nur nicht bemerkt haben? Also gingen wir aus dem Schatten und gaben nochmals Gas. Vorbei am Cheerpoint, der wie immer irre laut war und wirklich den Namen jedes Läufers auf den Ku´damm gesprüht hatte, flogen wir Richtung Ziel.

In meinem Kopf wiederholte ich das Mantra „aktiver Beinhub – aktiver Abdruck – aufrecht bleiben“ und sah in der Ferne das Ziel. Die 38 Minuten tickten erbarmungslos runter und sprangen  auf 39 Minuten – 19 Sekunden später war ich auch im Ziel.  Ich ärgerte mich ein bisschen über mich selbst, denn ich wusste, dass ich mit dem Folgen der Gruppe einen Fehler gemacht hatte. Das zeigte sich auch an den Zeiten, denn Kilometer 7 mit 4:01min und 8 mit 4:04min waren die langsamsten, 9 und 10 lief ich wieder mit 3:45min/km. Immer mehr Läufer kamen herein und irgendwie war keiner so richtig happy….zu schwül, nicht ins Laufen gekommen…

Ich holte mir erstmal ein Wasser und ging dann 15 min auslaufen und stretchen bevor ich mein Gepäck abholte und die Mietze im Ziel erwartete. Wir fuhren heim, ich duschte und machte mich auf dem Weg zur After Party in der RunBase. Bei Cocktails und Essen diskutierten wir noch mit einigen über den Lauf und machten eine Menge lustiger Fotos wie dieses mit der Mailänder Crew.

Rehspeck mit AR Mailand
Rehspeck mit AR Mailand

 

Fazit 

 

Die AR City Night ist ein superschnelles Rennen im Herzen von Berlin und dieses Jahr haben die Adidas Runners wirklich nochmals ein tolles Rahmenprogramm erstellt. Es war alles top organisiert und die internationalen Läufer fühlten sich, denke ich, sehr wohl. Für mich war es wieder ein Hinweis, mich nicht auf eine Gruppe zu verlassen, sondern mein Tempo zu laufen.

Der große Kritikpunkt in diesem Jahr ist aber der eigene AR Startblock. Während die Idee, als Gruppe zu starten sicher seinen Charme hat, ist es leider für die anderen Läufer einfach ein Hindernis. Ich hätte mich als normaler Läufer auch geärgert, wenn ich dahinter hätte starten müssen und dann an Läufern vorbeilaufe, die wesentlich langsamer sind als ich. Zwar liefen 187 AR Läufer unter 45min und wären somit richtig gestanden, aber 600 andere nicht.

Wir mussten ja auch diskutieren um in den passenden A Startblock zu kommen und ich weiß von Mädels, denen es eben unangenehm war, vorne zu starten und die aus D oder E starten wollten und vom Ordnern nicht in den hinteren Block gelassen wurden.

Wir hatten in Mailand beim Polimi Run das umgekehrte Problem, da wir als Adidas Runner hier hinter dem kompetitiven Feld gestartet sind und wir nach 700m anfingen die anderen Läufer einzusammeln. Das ist auch nicht ideal.

Hier muss sich Adidas etwas überlegen, denn es gab zu Recht Unmut darüber und wenn der Block nächstes Jahr am Ende oder zum Beispiel zwischen D und E wäre, würden viele (mich eingeschlossen) dann nicht unter AR laufen, weil es eben mühsam ist sich an hunderten langsameren Läufern vorbeizuarbeiten. Adidas hat aber hierzu schon ein Statement abgegeben und für nächstes Jahr Änderungen angekündigt.

Zum Abschluss hier noch das schöne Eventvideo von Fryday

Verfolgen Rehspeck:

Key Account Manager

Immer und überall Läufer. 2:57h Marathon PB. 9x Marathon, 16x Halbmarathon. Liebt auch Trails und das Gelände. Läuft 2017 in Hannover, Triest, Mailand, Hessen, Berlin und Chicago

Bitte hinterlasse eine Antwort