Schnell,schneller,Cop Run…mit Vollgas durch die Hasenheide

Schnell,schneller,Cop Run…mit Vollgas durch die Hasenheide

eingetragen in: Blog, Running, Wettkämpfe | 0

Was passiert wenn 50 Teams a‘ 3 Läufern beschließen am alten Flugfeld in Tempelhof eine 15 x 1000 m Staffel auszutragen?

Richtig, da wir in Deutschland sind erstmal gar nichts, denn die Parkwächter fanden die Idee gar nicht so cool und verboten uns dort zu laufen…. aber erstmal vom Beginn an…

 

Cop Run – Speed made in Denmark

 

Vor ungefähr 2 Wochen poppte in meiner Timeline ein Beitrag vom Cop Run auf. Der Post verriet, dass sie für 2 Termine nach Deutschland kommen würden und neben Hamburg stand die Hauptstadt auf der Karte.

Der Cop Run kommt aus Dänemark, wurde dort von der aufstrebenden Läufermarke Saysky begründet und besteht aus einem Staffelrennen über 15 x 1000m im Park. In Teams von 3 Läufern geht man die Distanz an und dabei soll man alles geben.

 

COP RUN is an urban and relay-style race concept based on all-out intervals together with your best friends, training buddies or colleagues. COP RUN pays tribute to the social and collective values in running. We want to celebrate the communal aspect of running, because it is just more fun when we do it together. But it is also about leaving the comfort zone and taking it to the next level.

Da seit letzter Woche auch das Training für den Chicago Marathon im Oktober gestartet hat, passt dieser Run gut in den Plan und so fragte ich Ron und Rico von den Adidas Runners und das Team „AR Sexy Pace“ war geboren. Der Name ist eine Reminiszenz an das Zitat, dass wir Läufer dann Sexy sind wenn wir schnell laufen.  Auch die Mietz meldete sich dann noch kurzfristig für das Rennen an. Leider musste am Tag des Laufes eine ihrer Mitläuferinnen absagen und so war sie leider nur zur Anfeuerung an der Strecke.

Hasenheide on fire

 

Coprun Berlin Start
Coprun Berlin Start

 

Nachdem die staatliche Ordnungsmacht den Lauf am Tempelhofer Feld verhindert hatte, dauert es ein bisschen, aber dann war mit dem angrenzenden Volkspark in der Hasenheide ein passender Ersatzort gefunden. Nach einer Aufwärmrunde, um die Strecke kennen zu lernen, startete um 19:50 Uhr das Rennen. Ron meinte noch vor dem Rennen, dass wir eventuell Platz 3 machen könnten, aber ich war da etwas skeptisch. Das Run Pack war Co-Veranstalter des Laufes und ist bekannt für schnelle Läufer, dazu waren auch die Kraft Runner vor Ort, bei denen unter anderem der Deutsche Rekordhalter über 50 Kilometern in 2:49:06h Paul Schmidt läuft.

Cheercrew
Cheercrew

Ron war unser Startläufer und nach etwas mehr als 3 Minuten musste ich auch schon ablösen. Ich legte viel zu schnell los und spürte schon zur Hälfte der Runde, dass es so richtig im Hals brannte. Aber ich wollte mein Team nicht enttäuschen und übergab an Rico nach 3:07min. Und auch der gab so richtig Gas und wir lagen gar nicht so schlecht im Rennen.Die zweite Runde fühlte sich trotz der knapp 7 Minuten Erholung gar nicht mehr so leicht an, aber ging trotzdem recht flott vorbei. In den Pausen versuchte ich so gut es ging wieder Luft zu bekommen, einen Schluck Wasser zu trinken, und die anderen Teams in denen viele Leute, die ich kannte liefen, anzufeuern.

Es war schon beeindruckend zu sehen, wie schnell einige Teams liefen, da waren Rundenzeiten von 2:45 abwärts durchaus vertreten. In Runde drei hab ich dann auch endlich den tollen Cheerpoint gesehen den Anja, Sandra, Steve und Co aufgebaut haben. Irgendwie war der mir in den ersten beiden Runden noch nicht aufgefallen.

 

Verwunderte Gäste im Staub der Läufer

 

Die übrigen Gäste im Park nahmen des ganze Spektakel teils mit Begeisterung und teils mit Verwunderung auf – einige feuerten an, andere schüttelten nur die Köpfe über das seltsame Treiben, dass sich ihnen da bot. Besonders die Radfahrer waren in ihre bekannten stoischen berliner Ruhe nicht davon abzubringen ihren Weg zu fahren, auch wenn das ein Läufer mit Vollgas auf sie zukam.

In Runde 4 hatte ich wirklich zu kämpfen, aber das motivierende an einer Staffel und besonders an diesem Format ist, dass man einerseits

Läufer beim Cop Run
Rehspeck beim Cop Run

für seine Teammitglieder kämpft und hier einfach nicht abstinken will. Andererseits vermischt sich im Lauf dann das Feld und bald weiß man gar nicht mehr so richtig, wer jetzt die Gegner sind, sondern versucht einfach den Läufer vor einem zu überholen.

Ron powerte auf seiner letzten Runde nochmal richtig durch und übergab mir zum letzten Mal den Staffelstab. Auch ich versuchte nochmal alles zu geben was ich hatte, auch wenn die Beine sich lieber auf die Wiese gelegt haben. Als das Ziel in Sicht kam, kam mir trotz aller Anstrengung noch ein Lächeln über die Lippen. Ich beschleunigte nochmals und gab Rico, unserem Schlussläufer den Staffelstab, während die ersten Teams schon ins Ziel einliefen. Wir stellten uns auf und warteten auf Rico, denn um zu finishen mussten wir als Team ins Ziel laufen.

 

Etwas über 3 min später war er dann auch wieder zurück und wir liefen gemeinsam ins Ziel.Wir erreichten den 10. Platz gesamt und hatten jeder zwischen 3:20 und 3:27min/km als Schnitt auf der Uhr. Nachdem wir unser Rennen beendet hatten feuerten wir noch die anderen Teams an, was auch jedes andere Team macht, bis die letzten im Ziel war. Abschließen gab es eine kleine Siegerehrung mit Bier und Red Bull.

Fazit

 

Der Cop Run war eine interessante Erfahrung, denn Staffelrennen sind ja eher eine Seltenheit für uns Marathonläufer. In Berlin gibt es zwar mit der 5x5km Wasserbetriebe Staffel oder dem Airfield Run passende Events, aber dort läuft man eben 5 oder 10 km am Stück. Das besondere am Cop Run ist für mich die kurze Distanz und dass sich dadurch das Feld schnell durchmischt. Jeder versucht diese 1000 Meter so schnell wie möglich zu laufen, keiner will sein Team enttäuschen und geht deshalb an seine Grenzen. Und der Fakt, dass wirklich alle die „langsamen“ Teams ins Ziel gejubelt haben war toll. Daher fände ich es schon nett, wenn es mehr solche Events gibt.

Danke nochmals an Saysky und an das Run Pack für die Organisation. Hier noch das Video des Abends:

Verfolgen Rehspeck:

Key Account Manager

Immer und überall Läufer. 2:57h Marathon PB.
10x Marathon, 16x Halbmarathon.
Running the Six: Berlin,Boston,Chicago ✔ NYC,LDN,TKY to be done
Liebt auch Trails und das Gelände.
Läuft 2017 in Hannover, Triest, Mailand, Hessen, Berlin und Chicago

Bitte hinterlasse eine Antwort