Strongman Run: Matsch im Schlüppi und Kuchen im Magen!

Strongman Run: Matsch im Schlüppi und Kuchen im Magen!

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Wenn die Beine in allen Farben des Regenbogens schimmern und man sich immer noch Sandreste vom Kopf kratzt war man definitiv bei einem Hindernislauf dabei:-)

Erste Zweifel

Nach meiner Premiere bei der Cross Challenge in 2013, war ich ehrlich gesagt nicht so begeistert als die Einladung von Runners Point in meinem Posteingang auftauchte.

Dunkel erinnerte ich mich an heftiges Frieren vor und nach dem Wettkampf plus einer ewig langen Putzaktion, um mein Bad wieder in einer halbwegs vorzeigbare Form zu bringen, nachdem ich mir gefühlt den gesamten Sand Brandenburgs aus der Unterwäsche gespült hatte.

Überzeugt, ich bin dabei!

Runners Point Run Club Team
Runners Point Run Club Team (c) Tom Schlegel

Da mit der Teilnahme am Strongman Run aber auch das Treffen aller Runners Point Run Club Trainer verbunden war, entschied ich mich hinzufahren. Flo war zeitgleich in Mailand unterwegs und so quälte ich mich Freitag früh ganz alleine aus dem Bettchen um 06.30 Uhr den morgendlichen Flieger nach Düsseldorf zu nehmen.

Dort sammelte mich ein Runners Point Mitarbeiter ein und los gings. Gefühlte 5h später…es waren wahrscheinlich eher 6 trafen wir am Nürburgring ein.

Nach einem Nachmittag voller Kommunikation, Produktschulungen und Brainstorming zogen wir abends in den Ferienpark Eifel ein. Sechs kleine gemütliche Häuser und ein angerichtetes Grillbuffet erwartete uns.

Ich war gedanklich schon halb im Bett und nicht so kommunikativ, wie ich hätte sein sollen, aber ich war einfach sooo müde…Als erste verabschiedete ich mich und ließ die anderen quatschen.

Race Day

Nebel in der Eifel

Neblig und kalt begrüßte uns der Samstag. Meine Laune sank dementsprechend auf den Nullpunkt. Bei frostigen Temperaturen nass zu werden … nee nee das wollte ich dann doch nicht.

Kurz vor dem Start hatte ich wirklich keinerlei Lust mehr und habe überlegt es sein zu lassen. Keine Ahnung, wieso ich mich dann umentschieden habe, aber ehe ich mich versah stand ich mit gut 30 anderen Run Clubbern im Startblock und bibberte dem Startschuß entgegen.

Meine Motivation hielt sich echt in Grenzen und so war ich ganz froh, dass ich vom Großteil der Gruppe getrennt wurde und tiefenentspannt auf die Strecke gehen konnte.

Die Hindernisse

Wir liefen ca 1.5 Kilometer bis zum ersten Hindernis: The Purge waren einige Holzhindernisse, die hintereinander aufgebaut waren. Das war noch leicht zu überklettern.

Kurz vor dem zweiten Hindernis sammelte ich Runners Point Trainerin Jessi ein, die aus der Gruppe gefallen war, und schloss mich ihr an. Zusammen bezwangen wir den Rest der Strecke.

Hindernis Nr. 2 nannte sich die Mondlandschaft und bestand aus ausgegrabenen Gruben und aufgeschichteten Sandhaufen. Um dem Ganzen den letzten Kick zu geben waren die Gruben noch mit Wasser gefüllt. Wer danach noch sauber war, hat irgendwas nicht richtig gemacht. 😀 Teilweise musste man die Hügel auf dem Hintern runterrutschen, weil sie so hoch waren und man landete dann direkt im Matsch 😀 Klatschnass nach dem zweiten Hindernis! Das kann ja was werden.

Direkt danach gab’s den ersten Verpflegungspunkt. Hmm…in Sand panierte Banane! Welch Gaumenschmauß!

Beim Zaunkönig, Hürdenheim, Buzzer und (K)Niemannsland ging’s vor allem ums Kriechen und Klettern. Kriechhindernisse sind mit meiner Körpergröße kein großes Hindernis und auch die Kletterhindernisse waren wirklich gut zu meistern. Beim Buzzer wurde man, wenn man Pech hatte, mit Stromschlägen gestraft. Hier wählte ich die Pussylane ohne Strom – Nee sowas brauch ich echt nicht 😀

Die weiteren Kilometer verflogen und man merkte wirklich nicht, welche Distanz man schon zurück gelegt hatte. Aus Sicherheitsgründen hatte ich meinen treuen Forerunner im Hotel gelassen, also lief ich völlig blind und tiefenentspannt.

Die Südschleife war ein ellenlanger Anstieg, gespickt mit Reifen und Heuballen, die es zu überwinden galt. Hier sind eigentlich alle Teilnehmer gegangen, so auch wir. Da ich völlig unvorbereitet in das Rennen ging, war ich etwas überrascht von den ganzen Höhenmetern. Am Ende waren es über 300 auf der Rookierunde.

Völlige Verzweiflung
Völlige Verzweiflung

Die Beinpresse war ein Hindernis, welches wir am Tag vorher schon einmal inoffiziell ausprobieren durften. Tom, ein Run Club Coach, der den Strongman Run schon zweimal gewonnen hat, erklärte uns wie er die Beinpresse bezwang. Gazellenartig sprang er von Baum zu Baum und “aus Gründen” entschied ich das eher nicht zu tun: D Im eigentlich Wettkampf bin ich hauptsächlich unten drunter durchgekrabbelt! Da war er wieder, der Größenvorteil!

Viele negative Höhenmeter galt es bei Butt Spencer zu überwinden. Die riesen Rutsche hatten wir vorher schon von Weitem gesehen. Hier galt Augen zu und durch. Der Herzinfarkt beim Eintauchen ins kalte Wasser hat mir leicht den Atem genommen, aber wer ein Strongman werden will muss da durch!

Das letzte Hindernis der ersten Hälfte Climbing Legs, war wieder leicht zu überklettern und eigentlich nicht der Rede wert:D

50 % geschafft, weiter geht’s

Das was wir eben runtergerutscht waren ging’s beim Stariway to hell wieder rauf. 50 Höhenmeter wollten überwunden werden. Es war allerdings so voll, das man mehr stand als lief.

Heiß erwartet hatte ich den Foaminator, eine mit Schaum gefüllte Grube, was für ein Spaß! Leider war der Schaum nur kniehoch und hatte die Farbe von Matsch…wir sprangen rein, liefen durch und fertig…Andere hatten da sichtlich mehr Spaß, da war der Schaum auch noch echt schön.

Woody Mary war das einzige Hindernis, was wir nicht alleine hingekommen haben. Die Halfpipe zu Beginn war etwas zu hoch für uns, auch wenn Querstreben eingezogen waren. Aber wir fragten eine Gruppe Männer um Hilfe und ratz fatz waren wir oben. Auf der anderen Seite ging’s dann dementsprechend auch wieder herunter. Ich war schon unten und auf einmal jammert Jessi: “Ich habe Höhenangst…” Ups! Dank männlicher Unterstützung hat das aber wieder klasse geklappt.

Hindernis Nr 14. und 15 waren bei uns gesperrt, weil, wie wir später erfuhren, ein Netz gerissen war. Bei der Poolonaise hätte man einige Meter schwimmen müssen um dann beim Rain Man unter Regen an einem Netz hinaufzuklettern! So liefen wir aber einfach nur vorbei und schauten uns das ganze aus der Ferne an.

The Rock erwartete uns. Ein Berg, ein paar Seile und viele Höhenmeter! Ratzfatz waren wir oben und standen dem letzten großen Einheitshindernis, dem Dreikampf gegenüber.

Direkt nacheinander galt es Schiffscontainer mit Hilfe von Netzen zu erklimmen, 20.000 Reifen des Reifen Hais zu überklettern um dann mit Terence Hill hinab ins kalte Nass zu rutschen:D

Nullkommanix beende den Wettkampf für uns! Ein Überseecontainer…lachhaft nach allem was wir geschafft haben 😀 200 Meter später blieb die Uhr für uns bei 1.57. irgendwas stehen. Wen interessiert’s schon! Wir sind Strongmänner!

Für alles vorgesorgt

Im Ziel gab es Wasser, Iso, Bananen und Orangen. Außerdem einfach Unmengen an Bier…leicht enttäuschend fand ich…doch dann erklang ein mildes Stimmchen und rief “Kuchen, hier gibt’s Kuchen”. Die Ohren gespitzt und der Stimme gefolgt, fand ich ganz hinten einen einsamen Mann, der tonnenweise Kuchen schnitt und dieser Kuchen war lecker!! Super lockerer Teig mit Vanillepudding und Streuseln obendrauf….mhhh scheiße aufs Frieren, ich nahm gleich noch ein Stück. Den Proteindrink von Arla, ließ ich dafür liegen 😀

Wer wollte konnte ein Zielfoto machen, wir wollten nicht:D

Halb durchgefroren ging’s dann in die Dusche und die war heiß!!! Leider war der Knopf so weit oben, dass ich mich jedes Mal auf die Zehenspitzen stellen musste um 10 Sekunden Wasser zu haben…so dauerte das Duschvergnügen nicht allzu lange, aber wenigstens war ich hinterher wieder aufgetaut. Trotz Duschens war mein Handtuch nach dem Abtrocknen mit braunen Flecken bedeckt. Ihhh eklig.

Fazit zum Strongman Run

Ein fabelhaft organisierter Hindernislauf mit wirklich schaffbaren Hindernissen. Das wir nur bei einem Hilfe gebraucht haben, hat mich wirklich überrascht. Die Stimmung war klasse und wenn man sich drauf einlässt hat man wirklich richtig Spaß. Aber auch hier gilt, sich noch Tage später Sand vom Kopf zu waschen ist keine Seltenheit.

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2 Antworten

  1. Laufhannes
    | Antworten

    Bei mir ist es schon ein paar Jahre her, dass ich beim StrongmanRun war. Ich war damals von der Organisation nicht so wirklich überzeugt. Ewiges Warten am Start, lange Wartezeiten an den Hindernissen und die Bedingungen zum Duschen waren ziemlich mies. So schön das Spielen im Matsch ist, gerade bei kalten Temperaturen möchte ich mich danach auch vernünftig auffrischen können. – Aber wie gesagt, das ist auch schon eine Weile her.

    Die Strecke selbst, das Abtauchen ins Matschparadies … das hat auf jeden Fall etwas!

    • Mietze
      | Antworten

      Hi Hannes,
      der Start war bei uns pünktlich. Wir standen allerdings auch ewig im Startblock, weil das RP Team gern eine Stunde vorher drin sein wollte…Das werde ich nie verstehen! An den Hindernissen haben wir nie mehr als 1min? gewartet? Nein wirklich…also habe das nicht in negativer Erinnerung. Man hatte Zeit zum Luftholen und dann war man schon dran. Das war eigentlich ziemlich gut. Die Duschen waren ok. Es gab sogar Einzelkabinen.

      Ob ich das nochmal mache weiß ich auch nicht. Wenn das Wetter passt, dann gerne, aber das weiß man ja leider vorher nicht…:D

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