Polimi Run in Mailand – Pizza, Eis und 10k

Polimi Run in Mailand – Pizza, Eis und 10k

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Was macht der Läufer nachdem sein Highlight der ersten Saisonhälfte mit dem Triest Marathon gelaufen ist? Er läuft einfach 2 Wochen danach nochmals in Italien, denn Italien geht immer und ein 10 Kilometer Wettkampf ja sowieso. Außerdem sagt man ja, dass man 2-3 Wochen nach dem Marathon noch ‘ne sehr gute 10er Zeit laufen kann, denn die Substanz des Marathontrainings ist noch vorhanden.

Zu Gast beim Polimi Run 2017

Aber von Anfang an. Mitte April gabs es über die Adidas Runners die Möglichkeit noch einen Startplatz für den PolimiRun in Mailand zu bekommen. Der Polimi Run ist der Lauf des Politechnico di Milano, der ingeneurwisschenschaftlichen Universität von Mailand. Dieser verläuft vom Campus im Nordwesten der Stadt zum Campus in Südosten.

Der Lauf war auch der erste Adidas Runners Lauf in Mailand und nachdem ich kurz abgeklärt habe, wie man das mit der Arbeit verbinden kann (Stichwort: Work from the airport) und was es so kostet, wurde der Flug gebucht. Es fanden sich auch 15 andere Mitreisende aus der Community und 5 davon waren in meinem Flieger.

Holprige Anreise

Freitag mittags ging’s eigentlich nach Mailand, aber dank der Überforderungs sowohl Tegels als auch der AirBerlin hatten wir 90 Minuten Verspätung.

Die Mailänder Adidas Runners hatten uns ein Hostel organisiert, wo auch die Mitglieder der Prager, der Züricher und der Barcelona Community untergebracht waren und für Freitag Abend war eine Party geplant.

Zuerst traf ich mich allerdings mit meinen italienischen Freunden auf einen Aperol und ein Tramezzino um richtig anzukommen.

Abends wurden wir mit einem Shuttle-Bus zur Party in einer netten Gartenbar gebracht. Dort gab es natürlich, wie in Italien nicht anders möglich, etwas zu essen und auch 1-2 Drinks von der Cocktailkarte:-)

Mailand erlaufen

Der Samstag stand unter dem Motto “Mailand mittels Shakeout Run erkunden”. Ich war zwar schon ein paar Mal dort, aber freute mich natürlich trotzdem in der großen Gruppe durch die Stadt zu laufen. Gegen Mittag fanden wir uns an der Mailändischen Runbase ein und liefen los.

Zuerst durch den Parco Sempione und vorbei am Castello Sforzesco zum Mailänder Domplatz, wo wir natürlich etwas Aufmerksamkeit erregten. Durch die Galleria Vittorio Emanuele II und vorbei an der Scala noch ins Bankenviertel zum Unicredittower und dann wieder in die Runbase. Kurz vor Schluß gabs dann noch eine kleine Stretching Einheit.

In der Base wurden wir mit vorzüglichem Essen verwöhnt und bekamen unsere Startnummer für das Rennen am nächsten Tag. Des Weiteren konnte man noch sein T-Shirt individuell beflocken lassen.

Nachmittags schlenderte ich mit ein paar anderen Läufern weiter durch die Stadt um rauszufinden, ob die Haupstadt der Lombardei ihrem Ruf als Mode und Shoppinghauptstadt nachkommen kann (und ja, das kann sie).

Carboloading im Heimatland der Pasta

Zu jeder guten Racevorbereitung gehört natürlich das Carboloading und wo würde das besser gehen als im Land der Pasta, des Risottos und der Pizza? Meine Mailänder Freunde hatten mir die Pizzeria Piccola Ischia als eine der besten Mailands empfohlen und ich und meine Begleiter würden das sofort unterschreiben.

Pizzeria Piccola Ischia
Pizzeria Piccola Ischia

 

Renntag: Fa caldo (Es ist heiß)!!!

Kurz vor 7 klingelte der Wecker und nach einem kleinen Frühstück wurden wir mit dem Shuttle-Bus um 8 Uhr Richtung Start gebracht.

Der Unicampus war schon voll mit Läufern im roten Veranstaltungsshirt. Mit 19 Grad und wolkenlosen Himmel war es schon recht warm.

Der Start erfolgte in 3 Wellen: Als erstes jene des kompetitiven Laufes, 3 Minuten später alle Adidas Runner in einem Block und dahinter jene, die sich für den nicht kompetitiven Lauf angemeldet hatten.

Nach ein paar schnellen Gruppenbildern fiel schon der Startschuss für die erste Gruppe und nun gingen wir nach vorne an die Startlinie. Ich war mir noch immer nicht sicher, was das zeitlich werden konnte, aber alles unter 40 Minuten wäre gut und mit ‘ner tiefen 39er Zeit wäre ich schon zufrieden.

Start Polimi Run
Start Polimi Run (foto by Polimi Sport https://www.facebook.com/SportPolimi)

Los gehts

Um 9.33 Uhr durften auch wir los und ich startet aus der ersten Reihe. Schon nach 2 Kurven hatten wir uns zu sechst vom Feld abgesetzt. Drei Läufer zogen in Sichtweite weg während ich und zwei andere zusammen liefen. Wir merkten den warmen Tag sofort, die Sonne knallte vom Himmel und wir versuchten jeden Meter Schatten von den Alleen zu nutzen. Die Strecke war bis auf eine Unter- und eine Überführung flach und nach 1,5 Kilometern liefen wir schon auf die Läufer des kompetitiven Runs auf – und auf Grund unserer 3:54er Pace auch an ihnen vorbei.

Wir zogen uns gegenseitig aber ab Kilometer 4 lechzten wir nach Wasser, welches uns beim einzigen Verpflegungspunkt einen Kilometer später auch gereicht wurde. Ich nahm 2 Becher, der erste ging über den Kopf, der zweite wurde zur Hälfte getrunken. Unser 5KM Split war 19:39min, also soweit im Rahmen für die Sub 40.

Bis an die Grenzen gehen!

Kilometer 6 liefen wir hauptsächlich in der Sonne und war mit 3:58 ähnlich “langsam” wie der 5te. Ich merkte, dass einer meiner Begleiter abreißen lassen musste, während uns das Publikum am Straßrenrand anfeuerte.

Bei Kilometer 7 kamen wir mehr in den Schatten und ich versuchte nochmals Tempo zu machen, denn ich wusste, dass bei Kilometer 8 der Cheerpoint der Adidas Runner war. Doch da konnte der letzte Begleiter aus meiner Gruppe nicht mehr mithalten und ich war allein.

Durch die Gasse der laut schreienden Zuschauer beim Cheerpoint zu laufen gab mir nochmals den Extrakick für die letzten beiden Kilometer und Km 7 & 8 waren mit 3:50 und 3:45 wesentlich schneller. Auf den letzten 2 Kilometern konnte ich das Tempo gut halten und begann auch die 3 Adidas Läufer, die uns am Start weggelaufen waren einzusammeln. Bei 9 hatte ich nur mehr einen vor mir und den konnte ich ca. 700 Meter vor dem Start einsammeln und dann hörte man schon das Ziel.

Ich breitete die Arme aus und lief leicht grinsend durchs Ziel.

Als ich auf die Uhr sah, war ich dann positiv überrascht, denn dort stand eine 38:29min die sich auch später in der offiziellen Zeitnehmung wiederspiegelte. Das Rennen lief trotz der Wärme und der prallen Sonne wesentlich besser als gedacht. Der schnellste Adidas Läufer war ich dann aber doch nicht, denn einige noch flinkere waren aus dem ersten Block gestartet. Trotzdem bin ich wirklich happy mit der Zeit, besonders für 2 Wochen nach dem Marathon. Den Lauf der Damen gewann der Kapitän der AR Mailand Sara Galimberti mit einer 36:08min und bei den Männer war Zahir Hohari auch von den AR Mailand mit 31:53 nicht zu schlagen.

PostRun: Italienische Kulinarik

Im Ziel bekamen wir eine Sackerl mit einem Essenspaket mit 2 Sandwiches, Erdbeeren,Wasser und Keksen.

Das reichte um den ersten Hunger zu stillen. Aber nach dem Duschen und Rekultivieren im Hostel kam nochmals der Hunger auf und so beschlossen wir Läufer diesen schnell zu stillen. Wo kriegt man dann aber 13 Leute ohne Vorreservierung unter?

Die Wahl fiel dann auf Rosso Pomodoro, eine napoletanischen Kette, die für ihre Pizza Verace bekannt ist.

Dabei gährt der Teig über 36h und die Pizza kocht im Holzofen bei 485 Grad nur 60-90 Sekunden – die Pizza sollte in der Mitte nur 3mm dünn sein und am Rand 1-2cm hoch. Sie sollte saftig, weich und nicht zu sehr knusprig sein.

Man kann es mit Va piano vergleichen  – aber man wird bedient, das Essen schmeckt zehn mal besser und kostet weniger 😀 . Das war auch dann der Fall, alle waren happy mit dem Essen und wir waren auch sehr von der Dessertkarte angetan. Aber dafür war noch ein kleiner Zwischenstop eingeplant.

Die Gelateria Sartori ist ein (sehr bekannter) Kandidat in Mailand für das beste Eis. Wenn man den kleinen Wagen an der Unterführung des Hauptbahnhofes sieht würde man das zwar nicht glauben, aber wenn man einmal das Eis gekostet hat, ist man schnell bekehrt. Seit 1937 gibt es diese kleine Juwel und wird nun in der dritten Generation betrieben. Besonders berühmt ist die Granita alla Mandorle (Sorbetähnliches Mandeleis) wobei das Nocciolata und das Pistacchio Eis die besten Sorten sind.

Ich wählte Nocciolata und Caffe und hab mich dann noch in der Gruppe durch Frutti di Bosco (Waldfrüchte), Grapefruit und Joghurt gekostet 🙂

Fazit

Der PolimiRun ist ein kleines (8000 Teilnehmer) Rennen in Mailand. Durch die Patenschaft der Adidas Runners ist es schön organisiert, man bekommt einen Adidas Beutel plus T-Shirt am Start, im Ziel noch einen schön gefüllten After Race Beutel. Die Strecke ist flach und auch für Bestzeiten geeignet. Der einzige kleine Negativpunkt ist der Fakt, dass es keine Medaille gibt. Für viele ist diese die wichtigste Erinnerung an einen Lauf,aber eventuell bessern die Italiener hier ja nochmals nach.

Strecke Polimirun
Strecke Polimirun
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Key Account Manager

Immer und überall Läufer. 2:57h Marathon PB. 9x Marathon, 16x Halbmarathon. Liebt auch Trails und das Gelände. Läuft 2017 in Hannover, Triest, Mailand, Hessen, Berlin und Chicago

2 Antworten

  1. […] Runners Point Run Club Trainer verbunden war, entschied ich mich hinzufahren. Flo war zeitgleich in Mailand unterwegs und so quälte ich mich Freitag früh ganz alleine aus dem Bettchen um 06.30 Uhr den morgendlichen […]

  2. […] Daniel tat es, Ansgar tat es, Maren tat es, Jenni tat es, Chrissi und Johannes taten es. Wir alle fuhren in den vergangenen Tagen an Mailand vorbei. Ganz anders Boost the Miez, die in Mailand an einen 10km Wettlauf teilnahm. Alles über den Zu Gast beim Polimi Run 2017. […]

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