Green Europe Marathon / Halbmarathon in Triest, Italien

Green Europe Marathon / Halbmarathon in Triest, Italien

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Nachdem unser Frühjahrsmarathon letztes Jahr in Hamburg ins Wasser fiel, war schnell klar, dass wir 2017 irgendwo im Süden an den Start gehen wollten.

Das noch gültige Gesundheitszertifikat vom Florenz Marathon wollte genutzt werden und so meldeten wir uns beim Green Europe Marathon in Triest an. Die Strecke versprach ein wunderschönes und vor allem schnelles Rennen. Gestartet werden sollte in Slowenien und 42,2 Kilometer später wollten wir in Triest über die Ziellinie laufen. Da die gesamte Strecke leicht bergab geht bot sich diese Strecke für einen Angriff auf die Bestzeit an.

Green Europe Marathon 2017

Green Europe Marathon Triest Höhenprofil
Green Europe Marathon Triest Höhenprofil

2017 wurde dann allerdings Ende Januar nach unsere Anmeldung bekannt gegeben dass von der letztjährigen Strecke abgewichen wird. Und so hatte der Marathon auf einmal 260 positive Höhenmeter und der halbe immerhin noch gute 100.

Das erklärt auch die deutlich geringeren Teilnehmerzahlen als in den Vorjahren. Nur 2500 Läufer gingen über die längeren Distanzen an den Start, während sich gut 6000 Teilnehmer beim Family Run vergnügten.

Rehspeck wollte trotzdem probieren unter 3h und in die Nähe seiner Bestzeit von 2.57h zu laufen. Ich wollte über die halbe Distanz starten und sub 2h ins Ziel kommen.

Venedig und Triest

Nach einem kleinem Abstecher nach Venedig kamen wir Freitag Abend in Triest an.

Venedig hat sich von seiner besten Seite gezeigt und obwohl wir nicht in den berühmten Gondeln gefahren sind hat uns die Stadt sehr gut gefallen.

Triest begrüßte uns erstmal mit ordentlich Regenschauern sodass wir schon das Schimmste befürchteten, aber püntklich zum Start kam am Sonntag morgen die Sonne raus und wir holten uns am Ende sogar einen deutlichen Sonnenbrand.

Triest Running Festival

Eingebettet in das Running Festival wurden verschiedene Distanzen angeboten. Man konnte wählen aus

  • 7 Kilometer Family Run / Walk
  • Halbmarathon
  • 29,2 Kilometer beim Costiera Run
  • Marathon

Der Start erfolgte direkt vor dem Schloß Miramare, welches übersetzt Meerblick bedeutet und genau das ermöglichte.

Miramare ist knappe 8 Kilometer von Triest entfernt. Für alle Teilnehmer wurde daher ein Busshuttle eingerichtet. Das funktionierte völlig problemlos und auch ohne Italienisch zu sprechen habe ich alles gut gefunden.

Transportiert wurden Kinderwägen, Rollstühle, sowie riesige und kleine Hunde, ebenso wie Läufer.

Marathon (Rehspeck)

Der Start des Marathon war für  8.30 h geplant und ich war schon verwundert, wie wenig Starter da waren, denn die Blöcke waren viel zu groß für die Läufer. Mein Plan war es die erste Hälfte die hauptsächlich bergauf ging defensiv auf einen 1:31-1:32h anzulaufen und dann auf der zweiten Hälfte raus zu beschleunigen. Ich hatte vor dem Start den 3h Pacer gefragt, ob er nen negativen Split läuft und seine Antwort war nein, konstant 4:14 min/km. Damit war klar, dass ich mich nicht an ihn ranhängen würde. Das Wetter war mit 15 Grad und leichter Bewölkung angenehm und vielversprechend.

Green Europe Marathon Trieste Strecke
Green Europe Marathon Trieste Strecke

Wir starteten um Punkt 8.30 h und nach knapp 400 Metern ging es in einer scharfen Kurve nach links in die Hügel. Die 3 Stunden Pacer blieben in Sichtweite aber ich lief mein Tempo, was bergan mit einer 4:20min gut funktionierte. Die Steigung war eigentlich kontinuierlich und nach 3 – 4 Kilometern waren wir eine Gruppe von 3 Leuten, die zusammen liefen. Einer der beiden war vor 2 Wochen in Wien gelaufen und wollte hier “nur” auf ne 3:15 h, der zweite meinte eine 3:05 h würde ihm gefallen. Und so erreichten wir plauschend, immer wieder das Panorama auf das Meer genießend bei Kilometer 11 die Abzweigung zur Schleife.

Die nächsten 8 Kilometer gingen durch kleine Ortschaften in den Hügeln und waren immer wieder geprägt durch Rampen, die den Rhythmus brachen. Während Kilometer 1-11 höchstens 8 Höhenmeter pro Kilometer aufwiesen, waren die Kilometer 12-16 jeweils mit 15-18 Höhenmetern gespickt. Der 3:05h Kollege verschwand 2 x im Gebüsch und war nach dem zweiten Mal auch nicht mehr gesehen. Bei Kilometer 15 fragte der Wien Finisher mich, ob ich denn wüsste wo die Spitze war? Ich vermutete bei Kilometer 19 und hatte Recht. Vorher waren aber nochmals 30 Höhenmeter auf den Kilometern 17 & 18 zu bewältigen. Am Ende von Kilometer 19 war die Spitze erreicht, der andere Läufer wünschte mir Glück und ich zog das Tempo an. Die Halbmarathonmarke passierte ich in 1:32:45h und damit etwas langsamer als gehofft.

Bergab versuchte ich es rollen zu lassen und das klappte mit Kilometerzeiten im niedrigen 4er Bereich auch gut. Aber ich war auch gewarnt, denn die Gefahr sich die Oberschenkel zu zerstören war bei dieser Ralley nach unten ziemlich groß . Bei den Verpflegungspunkten nahm ich nun immer Iso und Wasser, jedoch wie immer nur 2 – 3 Schluck. Einstweilen kam auch die Sonne raus und ich war froh über mein Singlet. Bei Kilometer 23 kamen uns die Halbmarathonis entgegen und bei 25 klatschte ich mit der Mietze ab. Man konnte Triest schon am Horizont erkennen und ich bemühte mich weiter Tempo zu machen. Zwischen Kilometer 25 und 30 wurde ich von den ersten Halbmarathonis überholt und jeder feuerte einen nochmal an. Das war wirklich toll. Das waren dann aber auch die einzigen Läufer die ich sah, mit Ausnahme des Kollegen der ca. 400m vor mir lief und an den ich nicht weiter ran kam.

Bei Kilometer 35 und etwa 2:30h Laufzeit waren wir wieder in Miramare und nun hieß es die letzten 7 flachen Kilometer zu überleben. Auf der rechten Straßenseite machten die Teilnehmer des Family Run richtig Party und feuerten uns an. Das war auch nötig, denn die Sonne schien jetzt stark vom Himmel und machte es nicht einfacher. Ich wusste, dass die 3 h nicht mehr schaffbar waren aber unter 3:05 h wollte ich dann doch noch ankommen. Bei Kilometer 41 bogen wir Richtung Ziel auf der Piazza Unita d`Italia ab, ich sammelte nochmal meine letzten Kräfte und lief am Ende nach 3:04.39h über die Ziellinie.

Nach der Übergabe der Medaille war erstmal trinken wichtig, dann holte ich meine Sachen und stellte mich an den Straßenrand kurz vor dem Ziel, denn die Mietze sollte ja auch bald vorbeikommen.

Insgesamt war ich dann doch mit der Zeit zufrieden, obwohl 1-2 Minuten schneller natürlich schöner gewesen wären. Besonders der 21 Gesamtrang und Platz 4 in der Altersklasse stimmen mich dann schon sehr positiv und lassen auf mehr in Chicago im Herbst hoffen.

3:04:39h und Platz 21 gesamt beim @bavisela in Triest.Die 263 Höhenmeter bis Km18 haben mich stärker gefordert als gedacht,zwar neg. Split auf Hälfte 2 aber nicht schnell genug. Drittbeste Marathonzeit bisher und damit (halbwegs) zufrieden 🏃🏁🏅 (3:04:39h and 21st overall at the Trieste Marathon. The 263m of level difference were worse than i thought,i ran a neg. split but it was not enough. Anyhow,3rd best marathon result,so (mostly) satisfied 🏃🏁🏅@adidasrunnersde @adidasrunning #race #raceday #26point2 #finisher #running #instarunners #runaholic #irun #marathon #runnerd #iloverunning #runners #Laufenmachtglücklich #happyrunner #runnershigh #runnerspace #runner #runnerslife #runnerscommunity #gettheworldrunning #worlderunners #justrun #addictedtorunning #Laufen #Läufer #runningterritory #runnersofinstagram #Adidasrunners #Trieste #whyirun

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Halbmarathon

10:10 Uhr fiel der Startschuß und mit 10 Minuten Verspätungen liefen wir auf die Strecke. Direkt nach dem Start galt es eine

Halbmarathon Green Europe Marathon

scharfe Linkskurve und die ersten Höhenmeter zu überwinden. Nach dem doch starken Anstieg direkt zum Beginn verlief die Strecke etwas flacher, aber immer noch leicht steigend.

Die ersten Kilometer lief ich sehr langsam im 6.20-6.40er Schnitt und schon bei Kilometer 1.8 kam mir der spätere Sieger des Marathons entgegen.

Bei Kilometer 5 konnte ich dann schon Rehspeck erspähen. Er lief allein mit riesem Abstand zum Vor- und Hintermann, so dass ich nach links auf seine Bahn zog um zu high fiven! Schnell wieder einsortiert in meine Spur ging es noch 2 Kilometer weiter bis zum Wendepunkt der Strecke.

Von hier liefen wir wieder 7 Kilometer bis zum Start um dann die restlichen 7 bis nach Triest zu flitzen. Ab jetzt ging es also deutlich abwärts.

Um mein Ziel von sub 2 H zu erreichen musste ich allerdings noch flinke Füße machen, da ich auf der ersten Runde doch etwas zu viel getrödelt hatte.

Die zweite Hälfte wurde dann noch deutlich flotter und so konnte ich am Ende mit 1:58:43h die Ziellinie überqueren. Hier wartete auch schon Rehspeck auf mich. Schnell noch etwas Wasser und Kuchen vom Zielbuffet geschnappt und schon gings zum nachmittäglichen Nickerchen ins Hotel:D

Der Triest Halbmarathon ist ein recht kleiner Wettkampf, dadurch hat man immer sehr viel Platz auf der breiten Straße und kann ungehindert laufen. Die Streckenverpflegung war 1A. Es gab immer 0.5l Flaschen! und Obst. An einigen Ständen gab es auch Elektrolytgetränke.

An der Strecke war leider nicht viel los, die Streckenhelfer haben sich allerdings bemüht ordentlich Stimmung zu machen. Kurz vorm Ziel holten wir dann auch die letzten Teilnehmer des Family Runs ein, welche uns angefeuert haben. Die liefen übrigens auf der anderen Straßenhälfte, so dass man sich nicht in die Quere kam.

Pasta und Gelato in Triest

Italien scheint Läufer zu lieben, denn hier bekommt man einfach das beste Pre- und Post-Race Essen.

Sonntag Abend sind wir zum Abendessen in eine kleine Trattoria gegangen um die Kohlenhydratspeicher wieder aufzufüllen. Ich bestellte eine Portion Spaghetti Carbonara und war etwas verwirrt, als die Kellnerin mit dieser Auflaufform vor uns stand.

Auf die Nachfrage ob das wirklich die Portion für einen ist, bekamen wir nur ein verwirrtes “Ja” zu hören…250 Gramm! Meine Güte, das wir das nicht geschafft haben muss ich natürlich nicht erwähnen. Schließlich hatte ich vorher schon ein Eis von der berühmten Gelateria Zampolli verdrückt. Mhhhh lecker! Jeden Tag ein Gelato ist ein Muss in Italien!

Ich kann es kaum erwarten, das nächste Mal dort zu sein.

Deine Mietze

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Tierärztin

... begeisterte Läuferin, Crazy Cat Lady, Fitnesstrainer, BodyPump Enthusiast und gnadenloser Kekskiller!

2 Antworten

  1. […] macht der Läufer nachdem sein Highlight der ersten Saisonhälfte mit dem Triest Marathon gelaufen ist? Er läuft einfach 2 Wochen danach nochmals in Italien, denn Italien geht immer und […]

  2. Angelina
    | Antworten

    Eis, Pasta, Pizza???
    Ich muss unbedingt mal in Italien laufen!

    Danke, für den schönen Race-Bericht.

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