Fitnesstracker Polar A 360 im Test

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Läufer sind bekannterweise Technikfreaks, wir lieben es unsere Trainings auszuwerten und zu vergleichen, egal ob Kilometer, Kalorien, Schritte – kein Wert ist vor uns sicher. Auch im Hause Boostthemietz ist das nicht anders, die Mietze liebte ihre Garmin Forerunner 235 (und besonders die Katzenapp :D) und informiert sich über gelaufene Schritte, Vo2Max und verbrannte Kalorien. Auch Rehspeck analysiert seine Trainingseinheiten um Aufschluss über Verbesserungen im Training zu haben.

Die R-Evolution der Fitnesstracker

Doch neben den Laufuhren, die Fitnesstracker Funktionen eingebaut haben, wie Mietzes Garmin 235 oder Rehspeck 225 kommen auch weiterhin Fitnessarmbänder bzw. Tracker auf den Markt. So kam die Mietze vor ein paar Wochen von einem Event mit der Polar A360 im Gepäck nach Hause, die ich mir gleich mal schnappte, um sie einem Test zu unterziehen.

Ich habe mit Fitnesstrackern eine bewegte Vorgeschichte, denn 2014 bekam ich beim Flyknit Lunar 2 Launch von Nike das Fuelband 2.0 geschenkt.Über das Armband sammelte man Nike Fuel Punkte und bekam Badges und Auszeichnungen. Ich nutze es auch für das Marathon Training, da ich damals noch keine Laufuhr hatte und organisierte damals sogar meine Intervalltrainings damit, obwohl es kein GPS besaß. Seit das Fuelband dann das zeitliche segnete, hatte ich keines mehr benutzt, aber deren Evolution verfolgt. Einstweilen gibt es die kleinen Dinger schon mit eingebautem GPS, Herzfrequenzmessung am Handgelenk,Touchscreen und vielem mehr. Daher war ich gespannt auf die Polar A 360.

 

Der Polar A360 – Look, Bedienbarkeit, Performance

img_1946Kommen wir zu den Hard Facts zur Polar A360:

wasserdicht

Farbdisplay, dass via Touch bedient wird

Pulsmessung am Handgelenk 

Smart Notifications

 

Beim Unpacking kommt die Polar A360 sehr schick daher,das Display im silbernen Rahmen eingefasst wirkt wertig. Das Band kann gewechselt werden und gibt es in 3 verschiedenen Größen (S,M & L) bzw. in verschiedenen Farben.

Das Band hat nur einen Bedienknopf an der linken Seite und an der Unterseite die Sensoren für die optische Herzfrequenzmessung. Der Verschluss besteht aus zwei Druckknöpfen die noch durch einen Widerhaken gesichert sind. Anfangs ist dieser Verschluss etwas fummelig und hart zu schließen, nach einer Zeit wird das Material aber nachgiebiger und man gewöhnt sich an das Handling.

Das vollfarbige TFT Display ist hell und gut ablesbar, es ist auch nicht immer aktiv. Man kann es durch eine Druck auf den Bedienknopf beziehungsweise durch Drehen oder Heben des Arms aktiv schalten.

Das Band hat einen eingebauten Beschleunigungssensor, verfügt aber nicht über ein GPS Modul oder Sensoren zur Messung der UV Einstrahlung,Temperatur oder ein Barometer.

Der Akku ist intern verbaut und wird über Micro USB über eine Buchse auf der Rückseite geladen. Der Akku soll zwischen 10-12 Tagen halten, inklusive einer Stunde Training pro Tag.

Bedienung

Die Touchfunktion ist für jeden Smartphone User einfach zu bedienen. Aktiviert man das Band kann man wählen zwischen

  • Mein Tag: erfasst die Schrittzahl und zeigt das Tagesziel. Bei nach oben swipen werden die absolvierten und geplanten Trainings gezeigt
  • Training: hier kann man die jeweiligen Trainingsformen starten. Voreingestellt sind Laufen, Walking, Fahrradfahren, Krafttraining, Core Workout und Wandern, über die Polar Suite können noch andere Trainingsarten hinzugefügt werden.
  • Herzfrequenzmessung:  zeigt den aktuellen Puls an. Es ist an der Uhr nicht möglich den Verluaf der letzten paar Stunden anzuzeigen, wie zum Beispiel bei der Garmin 235.

Polar Flow Suite

Verbindet man das Telefon mit dem PC öffnet sich die Polar Flow Suite. Das Programm muss einmal installiert werden um das Band zu synchen. Dann hat man Zugriff auf das Portal, das mehr Möglichkeiten zur Auswertung bietet. So kann man online zum Beispiel die Trainings noch genauer analysieren und bekommt eine detaillierte Auflistung über die Schlafphasen.

Die Polar Flow Suite bietet auch die Möglichkeit sich für diverse Ziele, wie zum Beispiel einen Lauf einen Trainingsplan erstellen zu lassen. Die Sessions kannst du auf den Polar A360 laden und sie werden dir dann am Tag angezeigt. Interessant ist hier, dass das Trainingsprogramm auch Ausgleichssport in den Plan integriert (z.Bsp. Krafttraining oder Core-Workout) beim Trainingsplan für das Laufen. Eine richtig gute Funktion sind Instruktionsvideos für Workouts für verschiedene Fitnesslevel. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit dass man diese auch richtig ausführt.

Praxistest

Ich habe den Polar A360 für eine Woche getestet und natürlich auch das Trainingsprogramm genutzt. Parallel dazu war auch immer meine Garmin 225 dabei um einen Vergleichswert zu haben. Ich war sehr gespannt auf die Genauigkeit der Distanzmessung über den Bewegungssensor und wurde beim ersten 26,4km Longrun gleich mal überrascht: Das kleine Ding zeigte mir 26,6km an!!! Leider konnte das Band seinen guten Start nicht mehr untermauern, bei den weiteren Läufen (12km/8km/12km/10km/30km) war der Tracker bei den kurzen Strecke jeweils 600-700m von der Messung der Garmin entfernt, beim 30km Longrun im Grunewald waren es sogar 3km Unterschied.Das ist für Hobbyathleten nicht so schlimm, für ambitioniertere Läufer aber natürlich suboptimal

Die Herzfrequenzmessung funktioniert gut, die Messung ist akkurat.Gerade die Auswertungsmöglichkeiten über Polar Flow bzw. die Einstufung nach dem Training welchen Bereich das Training gerade gefördert hat ist gut. Schade ist, dass man am Gerät selbst nicht die Möglichkeit hat, den Puls der letzten 2-4h anzusehen.

Tragegefühl: Das Band trägt sich angenehm und leicht am Handgelenk, man merkt es quasi gar nicht. Durch den Automodus des Display, dass sich bei Bewegung der Hand aktiviert, hat man auch ohne Drücken eines Buttons seinen Fortschritt im Blickfeld. Diese Automatik ist allerdings etwas nervig wenn man nachts aufwacht, sich umdreht und das Display das ganze Zimmer erleuchtet. Nachdem ich das Band über einen längeren Zeitraum getragen habe und es warm draußen war fing es leicht zu junken an. Das hatte ich bei anderen Bändern bzw. Uhren noch nicht so erlebt.

Trainingsrückmeldung: Absolviert man eines der vorgeschlagenen Trainings gibt dir die Polar A360 immer Rückmeldungen in Form von Vibration. Kommst du über den geplanten Pulsbereich vibriert die Uhr alle 10 Sekunden bis du wieder in dem vorgegebenen Rahmen bist. Während des Trainings kann man via Swipe Werte wie Distanz, Puls, Zeit & Co abrufen bzw. hat einen Stoppuhr, die noch die verbleibende Zeit des Trainings herunterzählt.

Fazit:

Die Polar A360 ist ein schicker, schlanker Fitnesstracker für den Freizeitsportler. Durch das helle Display, das wasserfeste Design und die verschiedenen Trainingsmodi eignet er sich gut für Personen, die auch hin und wieder etwas Zusatzmotivation benötigen um aktiv zu sein. Denn das Tagesziel motiviert einen auch nochmal eine Extrarunde um den Block zu gehen oder am Arbeitsplatz doch die Treppe zu nehmen. Top fand ich die Videoanleitungen für die Workouts auf Polar Flow, so etwas kannte ich bisher noch von keinem anderen Hersteller.

Der größte Nachteil ist für mich die Ungenauigkeit des Beschleunigungssensors – die Abweichungen von 700m bei 12km Laufen ist für jemanden, der sportliche Ziele hat leider nicht zu tolerieren. Aber auch hier muss man anmerken, dass der Tracker wahrscheinlich bei jemandem, der beim Laufen die Arme mehr mitnimmt, ungenauer ist. Für den täglichen Gebrauch reicht es aber dicke.

Wenn du also einen Fitness Tracker suchst, der schick aussieht, ein tolles Touch Display hat und dich motivieren soll, deine Tagesziele zu erreichen,dann können wir dir den A 360 ans Herz legen. Suchst du aber einen Tracker der dir hilft deine Lauftrainings genauer zu tracken, muss du dich aufgrund des fehlenden GPS nach einer anderen Alternative umsehen.

 

Die Polar A360 gibt es ab 199€ (UVP) beim Hersteller in verschiedenen Farben bzw. Online ab ca. 140€

Folge Rehspeck:

Key Account Manager

11 x Marathon Finisher,Immer und überall Läufer. 2:57h Marathon PB. Läuft 2018 in Valencia, Berlin, Kopenhagen. Running the Six: Berlin,Boston,Chicago ✔ NYC,LDN,TKY to be done.

2 Responses

  1. Rehspeck
    | Antworten

    Hallo Robert, erstmal danke für deinen Kommentar.

    Wie schon von mir geschrieben hängt es davon ab was man will. Wenn man sein Strecken genau gemessen haben will, macht er ohne GPS natürlich wenig Sinn. Es gibt aber viele die so ein Band als Motivator nutzen, um sic im Alltag mehr zu bewegen und da passt er für mich gut rein 😉

  2. Robert
    | Antworten

    Ja, für Anfänger ist der nicht schlecht. Aber für fortgeschrittene taugt der A360 nichts.
    Habe den nach zwei Monaten nicht mehr genutzt. Distanzmessung viel zu ungenau, Pulsmessung war auch nicht zu gebrauchen. Nach der Uhr hatte ich entweder einen Puls von 111 oder 217 beim Laufen. In der Ruhe war der Puls ok.

    Nach vier Wochen war auch das Armband ausgeleiert, so dass später die Uhr immer raus fiel. Sorry, geht gar nicht!

    Habe es bei Polar reklamiert und direkt (kostenlos) ein neues bekommen. Mit dem habe ich die Uhr verkauft.

    Mein Fazit: Lediglich das Display ist nett (relativ hoch auflösend) und im Gegensatz zur Polar V800 funktionieren die Smat Notifications und das Synchronisieren mit dem Handy durchweg reibungslos. Sinnvoll wäre auch der Micro-USB Anschluss (also kein besonderes Kabel notwendig). Der Rest der Uhr jedoch taugt nicht wirklich viel. Ich empfehle, lieber 50 bis 100€ mehr drauf zu legen und was gescheites zu kaufen. Der A360 ist zwar ein bunter, aber ziemlich teurer Schrott.

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