Laufen im Rheinland: Köln Halbmarathon 2016

eingetragen in: Blog, Running, Wettkämpfe | 5

Köln? Warum nur Köln?

Meine Mama hat immer gesagt, dass Köln nicht sehr schön sei. Wie man als Kind so ist, hinterfragt man Mamas Meinung nicht, daher stand für mich fest. Köln kann definitiv nicht schön sein.

Als Rehspeck und ich im Juli die Einladung von Runners Point für den Halbmarathon in Köln bekamen, war ich daher gar nicht so motiviert, wie ich es hätte sein sollen. Der Lauf passte nicht wirklich in meine Florenzvorbereitung und nochmal weg fliegen, wo wir doch grade aus dem Urlaub wieder da waren, schien auch nicht so cool zu sein.

Mit der Zeit freundete ich mich aber immer mehr an damit in Köln zu laufen, wollte aber einen Long Run draus machen, da der Trainingsplan 28 km vorschrieb. Nach ausführlicher Recherche auf der Homepage, stieß ich auf die Menükarte der Zielverpflegung … Ohne Witz es gibt eine Menükarte. Der Ausblick auf diese Leckereien lies mich meine Pläne schnell ändern. Aus den geplanten 28 km, sollten dann doch nur 21,1 und eine genüssliche Fresserei im Ziel werden! Da muss man schließlich Prioritäten setzen!

Auf geht’s

So ging es also ganz entspannt am Samstag früh mit einem Flieger der AirBerlin Richtung Köln. Angekommen im Athletenhotel machten wir uns schon auf die Socken Richtung Innenstadt und Olympiamuseum. In gut 90 Minuten bekam man hier einen wunderbaren Einblick in die Geschichte des größten Sportevents der Welt.

Direkt von dort gings zur PastaParty. Übermütig wurde uns versprochen, dass es genug Pasta für alle gäbe….Aber da hat wohl jemand die hungrigen Läufer unterschätzt und am Ende musste doch noch Pizza nachgeordert werden:-)

Race day14481881_1503478236332207_7842793702873937483_o

Viertel vor 6 bimmelte Sonntag Morgen der Wecker und riss uns aus dem Schlaf. Augen aufklappen war da schon eher herausfordernd. 15 Minuten später saßen wir schon am reich gedeckten Frühstücksbuffet. Da ich Hotelfrühstücks liebe, war ich ganz traurig, nicht alles probieren zu können, aber nach 5 Jahren Laufen, habe ich doch gelernt: Keine Experimente am Rennmorgen. So gab es ein Kaiserbrötchen mit Honig und Marmelade, plus etwas Marmorkuchen!

Pünktlich zum Fototermin bibberte dann das gesamte Runners Point Team am der Reiterstatue von Kaiser Wilhelm I. (Kultur soll schließlich nicht zu kurz kommen auf meinem Blog:D). Einmal Jacke aus, Stimmung fürs Gruppenfoto und Jacke schnell wieder an!

Flo und Rehspeck verließen mich dann ziemlich schnell und ich stellte mich an die Kloschlange… da stand ich dann auch bis 5 min vor Rennstart. Leider war immer noch eine erhebliche Masse an Läufern vor mir, so dass ich entschied doch nich so dringend zu müssen:D

Also ab in den Startblock und los geht’s! Ich orientierte mich an den Pacerballons und gesellte mich zu den sub 2h Jungs, allerdings ans Ende des Blocks. Wir wollen ja nicht übertreiben.

Los geht’s

Gestartet wurde ganz locker und mit direkter Gehpause:D. Da ich eh nicht auf Zeit laufen möchte, bin ich tiefenentspannt, für die anderen ist es sicherlich ein bisschen ärgerlich. Direkt zu Beginn geht es einmal über den Rhein. Ja…es ist genauso kitischig wie es klingt. Die Sonne steigt in den Himmel, es wird langsam warm, unter uns Wasser und neben mir nur Läufer. Hach Köln, was bist du schön!

Schon steh ich vorm ersten Wasserpunkt. Alle trinken…nun ja dann nehm ich auch mal was:-) Es gibt vor allem Wasser. Ein bisschen schütte ich mir über den Kopf. Es ist schon jetzt ziemlich warm.

Und so flitze ich weiter durch Kölns Straßen. Die nächste Wasserstation lasse ich aus. Bei Kilometer 10 gibt es die dritte. Hier trinke ich das letzte Mal. Inzwischen bin ich nämlich doch recht flott unterwegs und hab mir überlegt heut doch auf Tempo zu laufen:D

Die Mietze kommt in Fahrt

img-20161002-wa0001

Auf der zweiten Hälfte bremse ich mich also nicht mehr und flitze was das Zeug hält. Bei Kilometer 17 ist der Cheerpoint vom Runners Point. Hier stehen Isa und Moritz und der Rest des Runners Point Clans und machen richtig Stimmung. Ich werd nochmal super schnell! Aber auch nur für gefühlt 200m. Sobald der Cheerpoint hinter mir ist, merk ich wie anstrengend das ist und nehm direkt wieder Tempo raus. Ab Kilometer 19 hab ich dann auch keine Lust mehr. Das fehlende Tempotraining macht sich bemerkbar und ich will nur noch finishen.

Wir biegen auf die Zielgerade direkt beim Dom ein. Rechts und links stehen die Menschen und feuern uns an. Die Stimmung ist bombastisch! Ich flitze deutlich sub 2 über die Ziellinie und stolper erstmal über den hier verlegten Teppich 😀 Ein Sturz im Ziel….das hätt ja fast geklappt.

Eine riesen Medaille wird mir überreicht und dann beginnt das große Fressen!…Dachte ich….Es stellt sich raus: Direkt nach einem Lauf habe ich einfach keinen Hunger! Das lerne ich jedes Jahr..immer und immer wieder.

Ich muss mich sogar etwas angeekelt abwenden, als die großen Kerle sich HotDogs reinschieben:D Mit Apfelschorle und einer Banane bin ich gut bedient.

Da Flo und Flo sowieso schon außer Reichweite sind, machte ich mich langsam auf den Heimweg!

Mein Fazit zu Köln? Super Stimmung, schöne Stadt, tolles Race! GERNE WIEDER!

Endlich gelang mir mal wieder ein schöner negativer Split: Die erste Hälfte lief ich in 01:00:19h und die zweite in 00:55:26h. So stand am Ende eine 1.55.44h auf der Uhr.

Wenn der Marathon-Flo den Pacer für den Triathlon Flo gibt

Wie schon von Mietz am Beginn gesagt, passte der Köln Marathon nicht gut in meinen Plan. In Woche vier schon einen Halbmarathon auf Vollgas bzw. Bestzeit zu laufen empfand ich nicht als ideal. So war die Idee geboren jemanden zu pacen. Als ich mich mit Flo am Dienstag vor dem Rennen darüber unterhielt, äußerste er einen ähnlichen Plan. Und irgendwie kamen mir dann ja die Idee,dass ich ihn pacen könnte um seine 1:37er HM-Bestzeit zu verbessern. Gesagt, getan, wir hatten einen Deal.

2016-10-02-2250
Kurz vor dem Start des Rennens

Am Morgen des Halbmarathons fuhren wir zum Start und begannen uns nach dem Teamfoto warm zu laufen. Ca. 5 Minuten vor Start hüpften wir in die Startaufstellung, machten noch ein Selfie und klärten die Renntaktik ein letztes Mal: Wir laufen mit 4:20er Pace los. Der Startschuss fiel und unsere Taktik wurde nach 500m gleich mal über den Haufen geworfen…ein kurzer Stau nach dem Start hielt uns auf. Als der sich dann auflöste, mussten wir erstmal unsere Position finden und konnten so auch nicht den tollen Ausblick auf der Deutzer Brücke genießen. Kilometer 1 war mit 4:45min zu langsam, aber nach Kilometer 2 und 3 waren wir wieder im Plan. Ab Nr. 4 lief Flo dann auch neben mir. Wir hatten vorher ausgemacht, dass ich die ersten paar Kilometer den Rammbock gebe und ihm Platz mache und jetzt waren wir doch aus dem größten Trubel raus und liefen durch den Südwesten Kölns.

Die erste Labestation ließen wir aus, bei KM 7 war die Nr. 2 am Plan und meine Frage „Wasser?“ wurde mit ja beantwortet. Also sagte ich Flo, dass er weiterlaufen sollte und ich sammelte Wasser ein und versuchte ihm so schnell wie möglich nachzukommen ohne das Wasser zu verschütten – anstregend sag ich euch. Bei Kilometer 8 kamen uns auf der anderen Seite die etwas langsameren Halbmarathonis entgegen und ich meinte noch „Wow, was da noch für Massen kommen – das müssen die über 2h Läufer sein“. Kurz darauf sahen wir die Mietz und winkten ihr freundlich zu. Unser Tempo war konstant zwischen 4:10 und 4:15 und es wurde klar, dass Flos Bestzeit zerstört werden wurde und so näherten wir uns beim Achener Weiher der Hälfte der Strecke. Hier bemerkte ich, dass Flo nochmal schneller wurde, die Uhr zeigte eine 4:04er pace an und ich dachte an seine Aussage „Bei 15-17 habe ich immer einen Einbruch“ also bremste ich ihn ein bisschen ein.

Bei KM 13 am Friesenplatz kam uns die Spitze des Halbmarathons entgegen, die gerade bei Kilometer 18,5 waren und knapp 56min gebraucht hatten. Wir bogen links ab und rannten noch eine Schleife. Bei der 4. Labestation schaffte ich es leider nicht mehr den Becher wirklich gut gefüllt abzuliefern,nachdem mich ein anderen Läufer gecheckt hatte. Bei Kilometer 17 liefen wir an unserem Hotel vorbei und der Cheerpoint des Runners Point kam in Sicht. Es war laut, es gab Konfetti – es war toll wie man auf dem Foto sieht.

img-20161005-wa0011

 

Post Race Selfie
Post Race Selfie

KM 18 und die letzte Labe kam in Sicht und es war klar, dass Flo heute keinen Einbruch haben würde – wir lagen bei 1:17:29h und mit noch 3km zu laufen würde es ne 1:30er Zeit werden. Also sagte ich ihm „Wenn du willst – gib Gas“. Das machte er auch und brachte ein paar Meter zwischen mich und sich während wir über Rudolphplatz und Heumarkt durch die Zuseher Richtung Ziel flogen – die Uhr zeigte 4:08 bzw. 4:03er pace an. Flo war ca. 25m vor mir als es durch die Einkaufstraße Richtung Ziel ging – noch eine Kurve und es war geschafft. Da war die Ziellinie und Flo finishte in 1:30:25h – er hatte seine Bestzeit einfach mal um ganze 7 Minuten pulverisiert. Ich kam 10 Sekunden später ins Ziel und gratulierte ihm erstmal und machten das obligatorische Finisherbild.

Dann verabschiedete ich mich aber schnell, denn ich hatte ja noch was vor: 10km laufen um den Long Run im Trainingsplan reinzukriegen. Von der Ziellabe nahm ich nur einen Becher Wasser und 2 Becher Saft, ging zur Kleiderabgabe und gab die Medaille ab und holte mir dafür meine Jacke und dann lief ich los.

Meine Rheinrunde nach dem HM
Meine Rheinrunde nach dem HM

Meine zweite Runde führte über das linke Rheinufer nach oben bis zur Zoobrücke, dann über den Rheinpark und auf der anderen Seite entlang des Ufers bis zur Severins Brücke und dann wieder zurück zum Ziel um die Sachen zu holen. Der Durchschnittspace war mit 5:48 nicht überragend aber es lief sich eigentlich ganz locker. Leider kam ich nicht mehr wie versprochen erneut in den Zielbereich um noch etwas zu essen und trottete so hungrig ins Hotel zurück, wo die Mietz schon wartete um zur Feier im Runners Point Flagshipstore im DuMont Carree zu gehen. Dort wurden die schnellsten in den Kategorien Männer, Frauen, 40+ und Anfänger geehrt und es gab noch ein paar Snacks und Getränke und wir bequatschten unsere Erfolge und Eindrücke des Tages.

 

 

Der Tag danach

wp_20161003_13_27_14_pro

Da Rehspeck und ich Köln ja noch nicht kannten, nutzten wir das lange Wochenende aus und blieben noch einen Tag länger. Wir erklommen den Kölner Dom, wobei rauf eher weniger das Problem war. Nach dem Abstieg entwicklten meine Waden ein Eigenleben und zuckten den Rest des Tages einfach fröhlich vor sich hin. Die Aussicht von hier ist aber wahnsinnig schön.

Unsere Twitterfreundin Julia, die den Marathon gelaufen ist, trafen wir dann noch bei Törtchen Törtchen und verspeisten eben diese:D

Folge Mietze:

Tierärztin

immerhungrige katzenverliebte fitnessverrückte Weltenbummlerin

5 Responses

  1. […] eingeschobene Halbmarathon in Köln hat mich total gepushed und auf einmal freute ich mich richtig auf den Lauf in Florenz. In Köln […]

  2. joerg.lohr@gmail.com
    | Antworten

    Hey Mietze,
    ich bin froh, dass Du deine “Vorurteile” gegenüber unserer schönen Domstadt ablegen konntest ?? Als bekennender Rheinländer hatte ich bereits einen “Shitstorm” auf Boostthemietz vorbereite?
    Ich habe mir dieses Jahr den Köln-Marathon mal aus dem Blickwinkel der vielen freiwilligen Helfer angesehen ????? Dies hatte ich schon lange vor und habe dieses Jahr meine “Manpower” als Geburtstagsgeschenk (25Jahre Köln-Marathon) zur Verfügung gestellt ?‼️ Es war interessant und lustig. Auf meinem Blog “der-laufgedanke” kannst du die Story zum “Seitenwechsel” nachlesen: http://der-laufgedanke.blogspot.de/2016/10/rheinenergie-marathon-koln-2016-i.html?m=1

    Deine (Eure) Story zum Köln-Marathon hat mir übrigens sehr gut gefallen! Trotz meiner “rheinischen Seele” kann ich zum Ende offen gestehen: Ich bin ein großer Fan des Berlin-Marathon ‼️

    • Mietze
      | Antworten

      Hihi, na da bin ich aber froh dem Shitstorm entgehen zu können. Ich geh gleich mal deinen Beitrag lesen!

  3. Julia
    | Antworten

    Hach, toll! Es freut mich, dass Euch Köln gefallen hat und wir uns getroffen haben!!
    Nächstes Mal in Berlin! 🙂 … Der Berlin Marathon steht ja auch noch auf meiner Liste 😉
    Liebe Grüße aus Kölle! Julia

    • Mietze
      | Antworten

      Köln war toll und unser Treffen auch. Genau wenn du in Berlin läufst, gehen wir hinterher zu Tigertörtchen und essen da hihi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere