Ungeplant Pacer beim Intersport Olympia Lauf

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Juni und Juli – die klassische Erholungszeit für Marathonläufer zwischen dem Frühjahrs- und Herbstmarathon. Man lässt es ruhiger angehen,läuft weniger Kilometer, isst mehr Sachen, die man sonst eher nicht essen würde (auch wenn wir das nie zugeben würden) und läuft hin und wieder noch ein kurzes Rennen, um nicht komplett aus dem Tritt zu kommen. Als Neu-Berliner bin ich ja etwas überfordert mit dem reichlichen Angebot, aber da sich die pfotenlahme Mietz bei Berlin läuft als Helfer gemeldet hatte, kam ich in den Genuss von ein paar Freistarts – der Mazda IGA Lauf war der Erste.

Die Strecke des Intersport Olympia Laufs
Die Strecke des Intersport Olympia Laufs

Die Nummer 2 war quasi bei uns um die Ecke, der Intersport Olympialauf in Steglitz. Die Strecke ist eine 5,5km Runde, die 1x oder 2x bezwungen werden konnte. Obwohl der Veranstalter mit einem knackigen Anstieg warb, war mir als alpinerprobten Österreicher auch nicht bange – also meldete ich mich für 11km an.

45min vor dem Start traf ich dort ein und suchte erst mal die Mietz, die schon brav die Medaillien sortiert hatte und diese später ausgeben sollte. Ich hinterlegte bei Ihr meine Tasche, suchte noch die Dixies auf (Sauber und mit fließend Wasser zum Händewaschen) und lief mich kurz warm. Danach traf ich die 10 Kopf starke Abordnung der Adidas Runners Berlin und wir begaben uns in den Startblock. Ungewöhnlich fand ich, dass es bei so einem kleinen Lauf (1500 Teilnehmer) Startblöcke gab und der Zugang auch kontrolliert wurde. Das ist bei vielen Rennen ja nicht so und jetzt erklärte sich auch die Frage nach der Zielzeit bei der Anmeldung.

Das Rennen

Um Punkt 10 Uhr startet der Lauf und es ging südlich Richtung Rathaus Steglitz. Normal ist der erste Kilometer immer geprägt von Finden des Platzes, aber diesmal war er geprägt von einem komische Ziepen in der Wade und einem Stechen im Gluteus Maximus – vulgo Hintern genannt. Diese verzogen sich allerdings bald wieder und ich lief ca. 4er Pace zusammen mit Nicole, einer der schnelle Damen. Dann kam der knackige Anstieg und entpuppte sich als einer der gefürchteten Berliner Berge – ganze 13 Höhenmeter musste man erklimmen – ich wollte schon die Sauerstoffmaske anlegen :D.

Im hinteren Teil der Strecke wurde es ruhig und war angenehm zu laufen, ich lief noch immer mit Nicole zusammen und sah Freddy und seine Schwester 100m vor uns laufen. Über den Südwestcorso und die Bundesallee liefen wir zurück an den Start, immer wieder angefeuert von den Zusehern. Hier holten wir die beiden ein und liefen an ihnen vorbei. Für einen großen Teil der Läufer war hier Schluss, für uns begann Runde Nr. 2

Ungeplant Pacer

Ich lief wieder Richtung Rathaus Steglitz und weiterhin hörte ich ein weibliches Atmen hinter mir. Kurz vorm Rathaus kam ein Fahrrad an uns herangefahren und ich hörte, dass die Dame am Rad etwas von Zweiter Frau sagte. Beim “Anstieg” drehte ich mich kurz um, um Nicole zu fragen, ob alles okay sei. Ich war verwundert, dass Juliette, Freddies Schwester, hinter mir sah. Sie, eine Triathetin, hatte sich wohl beim Überholmanöver an mich rangehängt, was ich bis 1,5km danach nicht bemerkt hatte. Jetzt fühlte ich mich verantwortlich, dass Juliette auch 2 Dame blieb und versuchte Sie so gut wie möglich zu ziehen bzw. Windschatten zu spenden.

So vergingen die Kilometer 8,9 und 10 schnell, immer wieder kurz unterbrochen, von der Frage ob alles passte und dass wir wohl ne Sub 45min Zeit ansteuern würden. Das 10km Schild wurde bei ca. 41:00 passiert, also war klar, dass wir den letzten KM sub 4 laufen mussten. Das Tempo wurde erhöht und wir holten noch einige Läufer ein. Knapp 200m vor dem Ziel zog ich nach kurzer Versicherung den Schlussspurt an und schnappte mir noch 2 Läufer vor mir auf der Zielgeraden und finishte in 44:44min als 30ster Mann und 6.ter in der AK. Ich drehte mich sofort um und sah auch Juliette über die Ziellinie kommen, als 2.te Frau in 44:54min. Und wenn ihr euch fragt, wo Nicole, die mit mir die 1.Hälfte lief geblieben ist: Die wurde 3. Frau.

Am Ende gabs für uns alle noch ein Gruppenbild mit Fuchsi 🙂

Fazit

Der Intersport Olympia Lauf ist ein nettes Event im Süden Berlins und mit der U9 einfach zu erreichen. Auch die für Berlin überschaubare Teilnehmerzahl und die Startblockkontrolle (!!!) sorgen dafür, dass man befreit laufen kann. Die Distanz mit den 11km ist etwas seltsam, da es weder der klassischen 10k noch ein Viertelmarathon ist und daher komisch einzuordnen ist. Ich bezweifle, dass es für die Berliner Flachläufer eine Bestzeitenstrecke ist, dafür ist sie wohl zu wellig. Aber ein schönes Rennen ist es allemal.

Mit Juliette im Ziel
Mit Juliette im Ziel
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Key Account Manager

11 x Marathon Finisher,Immer und überall Läufer. 2:57h Marathon PB. Läuft 2018 in Valencia, Berlin, Kopenhagen. Running the Six: Berlin,Boston,Chicago ✔ NYC,LDN,TKY to be done.

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