Dein 1. Marathon: Los geht’s – Das Training startet!

eingetragen in: Blog, Dein erster Marathon | 0

In den letzten Wochen haben wir uns mit den Grundlagen des Marathontrainings befasst. Hoffentlich hast du nun einen Trainingsplan ausgewählt, alles beisammen, was du für dein erfolgreiches Training brauchst und dein Wettkampftag steht sowieso schon lange fest. Das Training kann starten!

Von mir gibt es an dieser Stelle nur noch einen Tipp! Habe Spaß an der ganzen Sache! Du trainierst nur einmal auf deinen ersten Marathon hin. Geniesse die Zeit und stelle fest wie überwindbar die gedachten Grenzen doch sind!

 

13301458_989350704447159_16044645532486543_o

Unglaublich, aber ich starte nun schon in meine 5. Trainingsplanwoche. Irgendwie geht das nun doch viel schneller vorbei und die Zeit scheint nun irgendwie anderen Gesetzen zu folgen.

Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass ich feste Vorgaben habe und der Blick in den Trainingsplan hat sich auch in den Alltag integriert. Wenn ich mir die Frage stelle, ob ich den richtigen Trainingsplan habe, dann weiß ich gar nicht ob ich das so direkt beantworten kann, aber unterfordert fühle ich mich auf jeden Fall nicht. Die Speedruns mit den langen Intervallen sind jede Woche aufs Neue die Tage in der Woche, vor denen ich am meisten Respekt habe. Die Longruns machen mir im Gegensatz dazu gar nichts aus, weil ich die bis auf die Endbeschleunigung komplett in meinem selbst gewählten Tempo laufen kann, und da orientiere ich mich dann an den GA-Bereichen und laufe diese Läufe dann in meinem GA1-Bereich und das ist nunmal ein Tempo, das für mich ganz angenehm ist und mir daher keine Schwierigkeiten bereitet.

Durch die Zusatzeinheiten, die ich mache ist meine Woche aber doch ganz schön vollgestopft und ich bin froh, dass ich jetzt gerade meine Freizeit nicht noch für andere Hobbies einteilen muss, denn das wäre dann echt sehr eng und auch, wenn ich mich jetzt die letzten Wochen und die kommenden Wochen mit Freunden verabrede, dann ist das schon sehr seltsam, da ich da wirklich eine Abstimmung mit meinem Plan machen muss, damit das nicht kollidiert oder unpraktisch ist. Sich zum Beispiel auf Kaffee und Kuchen zu treffen, wenn man hinterher noch Intervalle laufen „muss“, ist nicht so praktisch. Also läuft man dann eher davor oder man trifft sich an einem anderen Tag, wo es besser passt. Und das ist eben schon krass, dafür, dass man ja kein Profi- oder Leistungssportler ist, sondern einfach nur sich in den Kopf gesetzt hat, dass man eben einen Marathon laufen möchte.

Zweifel und Selbstvertrauen liegen eng beieinander

Natürlich ist ein Trainingsplan nicht in Stein gemeißelt und ich habe zum Beispiel in Woche 3 ganze 3 Einheiten ausfallen lassen (also eine planmäßige und 2 von den zusätzlichen Sessions), weil ich einfach durch die Hitze mit starken Kreislaufproblemen zu kämpfen hatte, so dass ich mein Intervalltraining zweimal abbrechen musste und dann eben ausgesetzt habe und erst wieder weitergemacht habe, als ich mich wieder fit gefühlt habe. Alles andere wäre auch natürlich schwachsinnig gewesen. Trotzdem hoffe ich natürlich, dass solche Ausfälle in den nächsten Wochen eher nicht stattfinden, aber letztlich hat man eben nicht auf alles einen Einfluss. Man kann immer krank werden, sich verletzten oder aus anderen wirklich wichtigen Gründen dann das Training nicht kontinuierlich fortsetzen und genau deshalb versuche ich auch, meine geplanten Einheiten wirklich immer durchzuziehen, wenn ich eben dazu in der Lage bin. Auch, wenn ich nicht jeden Tag dazu in der Stimmung bin. Grade wenn mal wieder ein Speedrun ansteht. Unter normalen Umständen, wenn ich einfach so, wie ich es ja bis vor 5 Wochen gemacht habe, vor mich hinlaufen würde, hätte es in den letzten Wochen öfter Tage gegeben, an denen ich nicht oder anders gelaufen wäre.
Vielleicht würde das im Endeffekt auch nicht so viel ausmachen, zumindest nicht in dem Zielzeit-Bereich, in dem ich mich sehe.

Aber da Marathon bzw. die Marathondistanz für mich eben einfach Neuland ist und ich keinerlei Erfahrungswerte habe, auf die ich zurückgreifen kann, bin ich da irgendwie nicht so experimentierfreudig. Vielleicht ändert sich das nach meinem ersten Marathon. Wenn ich einfach dann weiß, wie es sich anfühlt, so lange zu laufen und wie mein Körper darauf reagiert und darauf klar kommt. Am Sonntag hatte ich im Plan einen Longrun mit 25km. Das hat überhaupt keine sonderlichen Regungen bei mir hervorgerufen. Also im Sinne, dass ich irgendwie nervös war, wegen so einer Distanz, die viele ja schon als echt lang ansehen, grade, weil sie ja auch schon über der klassischen Halbmarathondistanz liegt. Aber eben weil ich weiß, dass ich schon mittlerweile sehr häufig die HM-Distanz gelaufen bin und auch schon einige Male darüber und auch über die 25km, weiß ich eben auch einfach, dass das machbar ist für mich und dass das geht. Ich bin dabei nicht die Schnellste, aber das bin ich ja generell nicht aber ich weiß, die Strecke ansich ist für mich kein Problem und ich merke eben auch, dass je öfter ich längere Distanzen laufe, dass der Körper immer ein Stückchen mehr damit klarkommt und sich besser und schneller regenerieren kann und dass es eben wichtig ist, dass man daher sich langsam an die Distanzen rantastet und wirklich auch die längeren Läufe nicht vernachlässigt, sondern sie regelmäßig einbaut und dem Körper eben so die Möglichkeit gibt, sich daran zu gewöhnen.

Die Vorteile von Alternativtraining selbst erlebt

Seit 2 Monaten fahre ich wieder vermehrt mit meinem Fahrrad. Nicht extra als Sporteinheit, sondern als Alternative zu Bus und Bahn. Ich fahre nicht jeden Weg mit dem Rad, aber versuche eben es ab und zu im Alltag zu integrieren und zumindest kann ich sagen, dass ich auch in den letzten 2 Monaten beschwerdefrei laufen konnte. Sonst habe ich ja manchmal ab und zu Probleme gehabt, dass mir mein Schienbein wehgetan hat, oder manchmal auch die Wade aber die letzten zwei Monate ist das nicht aufgetreten, obwohl mein Laufumfang sich wieder erhöht hat und auch im Juni nochmal höher war als im Mai und ich denke schon, dass es mit dem Radfahren zusammenhängt, weil man da nochmal die Muskeln anders stimuliert, auch wenn es natürlich auch eine beinlastige Sache ist, aber eben trotzdem wohl sich zumindest bei mir sehr positiv auswirkt, dass ich dieses Alternativtraining nun quasi einfach so im Alltag nebenbei mache. Auch das Stabitraining zeigt denke ich seine Wirkung, auch wenn ich immer noch kein Fan davon bin, aber ich habe eingesehen, dass es meinem Körper gut tut und ich besser laufen kann, wenn ich mich nicht nur um meine Beine kümmere, sonderen auch den Rest vom Körper Beachtung schenke.

Es gibt natürlich auch viele Läufer, die problemlos und schon jahrelang unterwegs sind, ohne Ausgleichsport und Stabitraining. Das ist denke ich einfach individuell verschieden und man muss eben darauf achten, wie es einem geht und wenn es nicht so gut läuft, im wahrsten Sinne des Wortes herausfinden, woran das liegen könnte und wie man was dagegen tun kann oder am besten natürlich vorbeugend schon etwas tun kann,
damit man das, was man gerne tut, nämlich das Laufen, auch ausüben kann.

Mein Plan ist nun ja schon zur Hälfte vorbei, da ich erstmal einen 8 Wochenplan bekommen habe und danach dann einen Anschlussplan bekomme und ich denke, auch wenn ich nicht sagen kann, ob es für mich der optimalste Plan ist oder ich mit einem anderen besser vorankommen würde, eben weil ich keine Vergleichswerte habe, da ich zum ersten Mal nach einem Plan trainiere, so kann ich zumindest sagen, dass ich nicht das Gefühl habe, dass er mir schadet, sondern ich schon auch den Eindruck habe, dass meine Leistung verbessert wird und ich mich dadurch kontinuierlich weiterentwickle und somit der Plan seinen Zweck erfüllt und ich daher auch die kommenden Wochen die Einschränkungen, die sich dadurch für mich und meinen Alltag ergeben, in Kauf nehme. Das ist mir dann doch lieber, als jetzt irgendwie chillimilli zu machen und dann am Tag der Tage nicht vorbereitet zu sein, und wie gesagt, 4 Wochen habe ich ja schon geschafft, da bekomme ich den Rest nun auch noch hin!

Jetzt geht es los! Es wird Ernst! Nur noch 12 Wochen!

So wie bei Sarah begann auch beim Trainingsplan schon vor vier Wochen. Allerdings waren diese ersten vier Wochen eher als 449708_224368066_Mediumeine Art Aufbautraining gedacht. Sie sollten auf die großen Kilometerumfänge der nächsten 12 Wochen vorbereiten. Da ich durch die drei Wettkämpfe im Frühling schon recht gut trainiert war, waren die ersten vier Wochen nicht soooo anstrengend. Zwar bin ich im Juni mehr Kilometer gelaufen, als jemals zuvor, aber nie länger als 20 Kilometer am Stück. Das wird jetzt anders werden!

Die größte Angst

Am meisten Angst machen mir immer noch die Langen Dauerläufe. Da werde ich ja 25–35 Kilometer laufen müssen und das fällt mir wirklich sehr schwer. Ich habe kein Problem mit Tempoläufen, Intervalltraining, Bergsprints – überhaupt mit Bergen. Aber die Langen Läufe! Das ging mir schon so, als ich nur 10 Kilometer gelaufen bin. Und als ich mich dann im Winter im Halbmarathontraining befand, kam mir auch da alles über 15 Kilometer unglaublich lang vor. Aber auch im Halbmarathontraining habe ich es ja geschafft, mich von Woche zu Woche zu steigern.

Lauftraining und das Berufsleben

Außerdem frage ich mich auch, wie sich Training und Alltag in den nächsten Wochen miteinander kombinieren lassen. Ich habe zwar das Glück, sechs der zwölf Wochen sowohl privat als auch beruflich verreist zu sein, so dass ich mich dann teilweise wirklich auch auf das Lauftraining konzentrieren und mich genügend erholen kann, aber gerade das Laufen in fremden Orten und Ländern ist schon eine große logistische Herausforderung für mich. In den anderen Wochen wird mich meine Arbeit – gerade an den Wochenenden – sehr fordern, so dass ich wieder viele der Läufe unter der Woche absolvieren werde. Das alles macht es schwer, sich akribisch an einen Trainingsplan zu halten. Und oft frage ich mich, wie das Menschen machen, die nicht nur die Arbeit, sondern auch noch ihre Familie mit dem Training in Einklang bringen müssen. Ich finde die Marathon- und Ultramarathonläuferinnen, die im Berufsleben stehen und Kinder haben wirklich bewundernswert!

Macht der Körper mit?

Auch meine Angst vor Verletzungen steigt. Ich merke wieder mehr, wo meine Grenzen sind – welche Körperpartien nach den Läufen schmerzen oder wo ich vielleicht mehr Zeit mit Dehn- und Kräftigungsübungen verbringen sollte. Mir bleibt nur zu hoffen, dass mein Körper auf Dauer mit den hohen Umfängen zu Recht kommt. Ich finde, das ist keine Selbstverständlichkeit. Ich bin dankbar dafür, dass es bisher so gut läuft.

Der Respekt ist groß, aber die Reise beginnt

Es bleibt dabei: Ich habe wirklich einen unglaublichen Respekt vor dem Marathon. Manchmal hilft mir dann, mich an den Halbmarathon zu erinnern, der bei mir immer noch Gänsehaut hervorruft. Oder mir vorzustellen, wie ich in das Ziel einlaufe. Oder mein Trainingstagebuch anzuschauen und zu sehen, wo ich stehe. Auch meine Freunde helfen mir, wenn sie mir sagen, dass ich am Ende des Wettkampfs immer so „locker, leicht und flockig“ aussehe. Ich fühle mich zwar dann selten so, und die letzten Kilometer verbringe ich oft damit, mir selbst positive Mantras zu zusprechen, aber wenigstens ist die Außenwahrnehmung eine andere (auch wenn die Eventfotos das jetzt nicht ganz so bestätigen).

Aller Angst zum Trotz freue ich mich aber auch. Ich freue mich darauf, die Natur zu erleben, mit anderen Laufverrückten gemeinsam zu laufen, neue Orte kennen zu lernen, an meine Grenzen zu gehen. Ich freue mich gar nicht so sehr auf den Marathon an sich, sondern auf den Weg dahin. Und vielleicht ist das auch erst einmal die beste Motivation.

In diesem Sinne: Viel Erfolg an euch 2:-)

Untitled design (2)

Alle Beiträge der Reihe zu deinem 1. Marathon findest du hier:

[cycloneslider id=“dein-1-marathon“]
Folge Mietze:

Tierärztin

immerhungrige katzenverliebte fitnessverrückte Weltenbummlerin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere