Marathon – Was für dich?

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Nichts ist derzeit so in Mode, wie einen Marathon zu laufen. Schnell dahergesagt ist der Wunsch. Was an Training dazu gehört interessiert im ersten Moment keinen und so rückt der Termin des Marathons immer näher und man hat immer noch nicht mit dem Training begonnen. So oder so ähnlichen geht es vielen, die einmal im Leben einen Marathon laufen wollen. Das Marathon laufen viel mehr als ein einmaliges Ereignis ist wird oft nicht verstanden.

Einen Marathon zu finishen ist nicht schwer!

Ich weiß…jetzt kommt ein großer Aufschrei! Doch wirklich, glaub mir das! Auch wenn du gerade erst mit dem Laufen begonnen hast, kann ich dir versprechen, dass du irgendwann auch so denken wirst. Jeder der schon einen gelaufen ist, wird es dir bestätigen: Einen Marathon zu finishen ist eine reine Fleißleistung. Jeder gesunde Mensch, der lange genug strukturiert trainiert, kann die Distanz von 42,2km ohne größere Probleme bewältigen.

Die Kunst liegt jedoch nicht nur im Finishen! Nein, es ist das gute Finishen, was immer wieder unterschätzt wird. Läufst du locker einen HM in 2h, solltest du auch gut und gerne innerhalb von 4.20h oder gar 4.15h bei guter Laune ins Ziel kommen. Läufst du 90min auf den Halbmarathon ist eine Zeit um die 3.10 realistisch. Ausrechnen kannst du deine prognostizierten Laufzeiten hier.

Vor meinem ersten Marathon habe ich stundenlang im Forum von Runners World zum Thema „Ist ein Marathon über 5h noch ein Marathon?“ gelesen…um die Frage zu beantworten. Natürlich ist es das. Die Marathondistanz ist eben genau das. Eine Distanz. Selbst wenn man sie wandert, hat man sie zurückgelegt und ist ein Marathonfinisher. Doch ist es dann gutes Finishen? Kann man noch Spaß haben, wenn man länger als 5h braucht?

Ich bin schon länger als 5h unterwegs gewesen und kann euch sagen, dass ich keinen Spaß mehr hatte. Es war auch mehr wandern als laufen und nochmal werde ich nicht an den Start eines Marathons gehen, wenn ich nicht weiß, dass ich nicht 4h irgendwas laufen kann. Natürlich kann unterwegs immer etwas passieren, was einen die Pläne vergessen lässt und schwupp geht man die Hälfte der Strecke, weil „..::……“ (setze hier irgendein willkürlich gewähltes Körperteil ein) auf einmal weh tut. Aber davon spreche ich nicht. Ich rede von ausreichender Vorbereitung und genau das sind viele Leute nicht bereit zu tun.

Diese 5h Grenze ist natürlich sehr individuell und hängt von der eigenen Grundschnelligkeit ab. Für mich kristallisiert sie sich so heraus, da mein Wohlfühltempo bei ca 6.45min/km liegt, was schon einer Finisherzeit von unter 5h entspricht. Ist dein Wohlfühltempo langsamer, verschiebt sich natürlich auch die Grenze nach unten!

Damit dir nicht das selbe wie mir passiert, erfährst du hier in den nächsten Wochen alles was du wissen musst um gesund und zielsicher an der Startlinie deines ersten Marathons zu stehen. Auch als Wiederholungstäter sind sicherlich die ein oder anderen Informationen dabei, die dir auf deinem Weg helfen werden.

Doch nun zum eigentlichen Thema dieses Beitrags. Wie kannst du heraus finden ob ein Marathon was für dich ist?

Bist du bereit für deinen ersten Marathon?

Gern zu laufen ist schon mal ein guter Anfang! Kannst du dir vorstellen strukturiert 3-4x pro Woche zu trainieren und einem Trainingsplan zu folgen oder zumindest eine lange Einheit (bis zu 35km) JEDES Wochenende einzubauen ? Denkst du, du bekommst es auch zeitlich gebacken an den meisten Wochenenden einen langen Lauf zu machen? Hast du etwas mehr Geld übrig um auch in ein zweites oder gar drittes Schuhpaar zu investieren, dass dich durch dein Training begleitet? Kannst du all diese Frage mit JA beantworten, sind das schon mal gute Voraussetzungen.

Doch nun zum wichtigsten:

  • Bist du körperlich gesund?
  • Läufst du regelmäßig 35-40 Kilometer in der Woche?
  • Läufst du schon mindestens ein Jahr?
  • Betreibst du regelmäßig Stabitraining?
  • Kannst du einen Halbmarathon im Wettkampf unter 2h laufen? (Edit: natürlich abhängig von deiner Altersklasse)
  • Kannst du genug Zeit für das Training investieren? (mindestens 6h Woche für das reine Lauftraining)

Wenn du alles abnicken kannst, bist du bereit deinen ersten Marathon anzugehen.

Was sagen zukünftige Marathonläufer dazu?

Meine Freundin Stadtpoetin nimmt dieses Jahr ihren ersten Marathon in Angriff. Ihre Gedanken zum Thema sind folgende:449708_224368066_Medium

Körperlich gesund sein und genügend Zeit haben, 35-40 Kilometer in der Woche laufen und zwar für mindestens ein Jahr,
ein Halbmarathon in unter 2 Stunden. Naja, das klingt ja ganz leicht bei dir, Mietze, und das mache ich schon irgendwie alles – bis auf das Stabi-Training, aber dafür gehe ich zu Yoga oder Bouldern. Trotzdem: Marathon! Zum allerersten Mal 42,195 Kilometer! Nach wieviel das klingt. Ich kann es mir kaum vorstellen, dass ich wirklich am 24. September in Berlin soviel laufen soll.

Schon bald beginnt mein Trainingsplan und dann heißt es Intervalle, Tempoläufe, Bergsprints und jeden Sonntag einen langen Lauf. Schon jetzt stehe ich am Wochenende für mein Training früh auf, wie wird das erst im Sommer bei 30 Grad Celsius? Du hast recht Mietze, Marathon braucht vor allem Disziplin. Disziplin und Willensstärke. Es hat viel mit dem Kopf zu tun. Und manchmal tut es auch ganz schön weh. Ich bin bereit dazu und werde berichten, wie es läuft.

Meine Freundin Sarah läuft dieses Jahr in Berlin ihren ersten Marathon. Was ihr bisher für Gedanken durch den Kopf gingen und wieso sie sich dann für den Marathon angemeldet hat, erfährst du hier:13301458_989350704447159_16044645532486543_o

Das Training und die Vorbereitung für meinen ersten Marathon nehme ich wirklich sehr ernst und das kann ich auch jedem anderen nur raten, der zumindest noch nie einen Marathon gelaufen ist. Bekannte, die nicht laufen können gar nicht verstehen, wenn ich sage, dass jetzt gar nicht mehr so viel Zeit ist bis zum Marathon. Dann schütteln sie mit dem Kopf und sagen: „Wann ist der nochmal? Ende September? Na da hast du doch noch ewig Zeit!“ Ich weiß nicht, ob ich mich dann aufregen soll, weil es mir so vorkommt, als denken die alle, es ist ein Klacks, einen Marathon zu laufen! Mittlerweise ist es ja auch irgendwie hip und trendy, zu laufen, einem Laufclub anzugehören und bei Laufevents teilzunehmen. Manche melden sich für einen Marathon an, wie andere für ein Musikfestival. Das kann ich nicht verstehen. Nur, weil so viele Menschen heutzutage laufen, heißt es doch nicht, dass man mal „so eben“ 42,x km aus dem Hut zaubern kann. Von 0 auf 42 in 12 Wochen. Das mag vielleicht für einen Bruchteil funktionieren. Ich würde das aber niemandem raten.

Vielleicht sehe ich das alles auch etwas streng, weil für mich der Marathon kein Endziel ist, sondern nur eine Etappe, oder ein Meilenstein hin zu meinem Traum, im Ultrabereich zu laufen und ich einfach auch große Angst habe, mich durch zu viel Übermut und Selbstüberschätzung zu verletzen und selbst laufunfähig zu machen. Ich wurde schon oft gefragt, ob ich eine Zielzeit habe für den Marathon. Um ehrlich zu sein, schwankt diese Zielzeit und von recht utopischen Zeiten bin ich nun glaube ich da angelangt, wo ich denke, dass es zwar keine Zeit ist, mit der man einen Blumentopf gewinnen kann, aber es ist eine Zeit, die dann eben für mich persönlich okay ist. Ich möchte mich nicht unbedingt als letzte, direkt vor dem Besenwagen ins Ziel schleppen. Aber ich möchte auch nicht im Ziel zusammenklappen, weil ich total übertrieben habe. Mein Wunsch ist es, am 25. September 2016 die Ziellinie schmerzfrei und mit einem Lächeln im Gesicht zu überqueren. In einer Woche habe ich ein Gespräch, bei dem ich mir einen individuellen Trainingsplan für die heiße Phase erstellen lassen möchte. Damit sich mein Wunsch vom lächelnden Zieleinlauf hoffentlich dann erfüllt.

Bleibe dabei und verfolge den Weg von Sarah und Stadtpoetin während der nächsten Wochen. Begleite sie auf ihrem Weg zum ersten Marathon!

Alle Beiträge der Reihe zu deinem 1. Marathon findest du hier:

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13 Responses

  1. Thomas
    | Antworten

    Hallo 🙂 Ich lese erst seit kurzem deinen/euren Blog und wollt nur mal sagen, dass mir die Artikel wirklich sehr gut gefallen. Vor allem die Laufberichte sind toll geschrieben und bieten einen guten Einblick in die Veranstaltungen, über den Ablauf und vor allem die Atmosphäre. Beim diesjährigen IGA-Lauf etwa war ich auch dabei und hatte dementsprechend die folgenden Tage immer mal wieder geschaut, ob denn der Bericht schon online ist 😀 Also ganz allgemein für den Blog schonmal beide Daumen hoch!!!
    Obwohl der Marathon bei mir noch in weiter Ferne liegen dürfte (ich laufe erst seit letztem Juni, bislang div. Viertel- und einen Drittelmarathon gemeistert) finde ich es spannend darüber zu lesen und dieser erste Teil macht bereits gut neugierig wie es mit deinen Probanten weitergeht. Was die Finisher-Zeit angeht bin ich der selben Meinung, denn jeder gesunde/trainierte Mensch kann im Prinzip 42 km zurücklegen, aber nur die Dauer entscheidet darüber, ob es sich dabei dann wirklich noch um einen „Lauf“ im sportlichen Sinne handelt. Womit ich jetzt keineswegs sagen möchte, dass z.B. 42 km gewalkt oder gewandert ein Klacks wären, nein nein, extrem anstregend würd es wohl in jedem Fall sein. Je länger aber das Ziel geöffnet bleibt, um mehr so schwindet die Definition einer „Laufveranstaltung“ dahin. Das ist jetzt aber auch nur meine Meinung, es soll sich niemand gekränkt fühlen 😉 Das Thema ist schon wirklich interessant, gerade weil sich ja auch im Breitensport so viele Freizeit- und Leistungssportler im selben Pool tummeln. Spaß vs. Ehrgeiz! Am besten ist eine gesunde ausgewogene Mischung aus beidem.
    Bei mir persönlich wird das nächste, größere Ziel erstmal der Halbmarathon sein, genauer gesagt wird es der Berlin Halbmarathon 2017 werden (yeah!!!). Ist zwar noch ein ganzes Weilchen hin aber angemeldet und dementsprechend aufgeregt bin ich trotzdem schon 😀
    Na gut (so viel hatte ich eigentlich gar nicht vorgehabt zu schreiben), weiterhin noch viel Erfolg und natürlich Spaß mit dem Blog! Bin gespannt auf die nächsten Artikel 🙂 LG Thomas

    • Mietze
      | Antworten

      Hallo Thomas, danke dir für deinen lieben Kommentar.
      Der Mazda Iga Bericht ist in Arbeit und erscheint in den nächsten Tagen:-)

      Ja das mit der Finisherzeit ist wirklich ein recht delikates Thema, da es viele Läufer/Läuferinnen gibt, die gewissenhaft trainieren und einfach nicht schnell sind, im Vergleich zu den Leuten, die einfach ohne Vorbereitung starten und deshalb so langsam unterwegs sind und viel gehen, wohingegen, die anderen eher durchlaufen.
      Ui dann viel Erfolg beim Training für den Berlin Halbmarathon. Ich weiß noch gar nicht ob wir da am Start sind. Ich mag den Lauf gar nicht so gerne. Aber als erster Halbmarathon ist er definitiv super geeignet!
      Melde dich doch für unseren Newsletter an, dann bist du immer auf dem neusten Stand.
      LG Mietze

      • Thomas
        | Antworten

        *schreck*
        Ups, stimmt ja, einen Bericht zum IGA-Lauf hatte ich hier noch gar nicht gelesen! Das war auf ’nem anderen Blog (bei deiner „Bacon“-Kollegin) 😀 Ach herrje, wie peinlich (da schreib ich mal ’nen Kommentar und lande sofort bäuchlings im Fettnäpfchen). Ojeee, was soll ich sagen, ist einfach viel zu Heiss heute… Ich war beim Big-25 mit dabei (allerdings nur die 10 km-Strecke) und hatte anschließend hier euren Artikel dazu gelesen, den hab ich in meinem Kommentar mit dem IGA-Artikel verwechselt… Na gut, umso mehr freu ich mich jetzt natürlich, wenn dann demnächst auch dieser Bericht hier vorliegt 😉 😀

  2. Niklas
    | Antworten

    Mein erster Marathon war letztes Jahr Ende März in Freiburg, der Entschluss dazu fiel nach einer HM-Bestzeit im Herbst davor, und nachdem eine Firmenkollegin an der Challenge Roth teilgenommen hatte. Ich bin in 4:25h sehr gut durchgekommen. Das Training war aber eher unstrukturiert, ich habe schon im November, mehr als 4 Monate vor dem Rennen, lange Läufe von 23 km unternommen, im Dezember und Januar sie aber an einigen Wochenenden ausfallen lassen. Erst im Februar habe ich dann wieder die Kurve bekommen. Tempoeinheiten oder Stabi-Training gab es aber gar nicht. Ich laufe allerdings schon seit 2007.

    Dieses Jahr in Hamburg dann erst mal die sub 4, mit etwas mehr Trainingsumfang (auch unter der Woche teilweise Läufe von über 10 km) und einem HM als Standortbestimmung. Auch bei diesem Marathon bin ich sehr gut durchgekommen (3:58:22, die zweite Hälfte 3 Minuten schneller als die erste).

    Wenn ich meine HM-Zeiten hochrechne, würde ich sicher auch eine 3:30 oder sogar 3:20 schaffen, aber ich taste mich da Stück für Stück heran.

    • Mietze
      | Antworten

      Hallo Niklas, ich denke das spricht dafür das du eher läuferisch begabt bist. 4.25 ist meiner Meinung nach schon eine sehr ordentliche Zeit für das Debüt. Vor allem, wenn du wie du sagst nicht strukturiert trainiert hast. Dein langer läuferischer Background wird dir da aber gut geholfen haben, denn eine gewisse Grundlagenausdauer hattest du ja dadurch bereits. Deine 2. Marathonzeit zeigt ja dass da definitiv noch Potenial ist. Aber auch hier das wichtigste: Gut durchkommen!

  3. Anne
    | Antworten

    Also was du schreibst mag ja teilsweise stimmen und ich bin auch kein Fan davon wenn irgendjemand beschließt mit aller gewalt einen Marathon zu laufen nur damit man das mal gemacht hat.
    Wenn ich aber von meinem eigenen läuferischen Dasein ausgehe fühle ich mich fast schon verletzt nach deinen Worten.
    Ich laufe seit etwa 5 Jahren, habe mich von einem echten Sportmuffel zur Läuferin entwickelt und habe seit ich mit dem Laufen begonnen habe einige 10km-Läufe, 12 Halbmarathon und 8 Marathon gefinished.
    Ich nehme mein Training sehr ernst und ziehe meine Vorbereitung immer sehr gewissenhaft und diszipliniert durch, trotzdem schaffe ich die 10km nicht unter einer Stunde, den Halbmarathon schaffe ich nur in 2:20 und ich konnte noch keinen meiner Marathons in unter 5 Stunden beenden (und ich bin diese ohne Gehpausen durchgelaufen).
    Bin ich deshalb jetzt eine schlechte Läuferin? Oder soll ich deswegen aufhören damit?
    Bestimmt nicht!
    Es gibt eben einfach Menschen die weniger gut zum Laufen geeignet sind und dazu gehöre ich wohl aber trotzdem laufe ich gerne und bin gesund und unverletzt.
    Ich finde es allerdings sehr schade, dass ich mich dafür rechtfertigen muss warum ich so langsam bin..
    Ich würde sogar sagen: Einen Marathon laufen kann jeder. Aber die Kunst ist es danach dran zu bleiben und sich ein zweites, drittes,.. mal an die Startlinie zu wagen..
    Liebe Grüße
    Anne

    • Mietze
      | Antworten

      Hallo Anne, vielen Dank für deinen Kommentar. Jetzt wo ich einige erhalten habe, merke ich vor allem, dass mit der Vorgabe HM Zeit sub2h Gemüter erhitze. Was ich nicht bedacht habe ist natürlich die Altersklasse, denn wie du schon sagt, wenn man später anfängt mit dem Laufen wird man wohl nicht die selben Zeiten erreichen, wie jemand der mit 20 startet.

      Mein Post trifft in keinster Weise auf dich zu, denn wie du selber sagst läufst du seit 5!! Jahren, hast viele viele Wettkämpfe absolviert und dich jedes Mal ordentlich vorbereitet! Das deine Grundschnelligkeit eine andere ist, als zum Beispiel meine oder gar die von Rehspeck kann viele Ursachen haben, aber nicht unbedingt mangelndes Training. Das jemand der einen Marathon über 5h läuft eine schlechte Läuferin ist würde ich nie behaupten, und nichts liegt mir ferner als das. Von meinen 3 Marathons waren 2 selbst über 5h! Ganz ehrlich auf meinem Blog muss sich keiner rechtfertigen weil er langsam läuft. Ich bin die letzte die irgend jemanden das Laufen abspricht, weil er offenbar zu langsam ist. Jeder der läuft tut sich was gutes und jede Art von Bewegung ist toll. Egal in welchem Tempo. Die 2h Grenze für den Halbmarathon findet man in vielen Büchern und genau deshalb habe ich es mit reingenommen, aber du hast recht: 1. Ist das definitiv eine Altersklassengeschichte und 2. kommt es natürlich darauf an mit welchen Vorbedingungen Läufer ins Marathontraining starten. Andererseits gibt es Läufer, die den ersten Marathon sofort in 3h laufen und alles andere langsam finden.
      Ich habe letztendlich nur geschrieben, dass ich nicht mehr 5h laufen möchte, weil ich mich hinterher einfach nur schrecklich gefühlt habe. Das lag sicher an vielen verschiedenen Faktoren, ist aber eine persönliche Einschätzung, die nicht auf andere übertragbar ist. Jeder der mit einem Lächeln über die Ziellinie läuft ist ein Sieger und darf sich Marathoni nennen. Blogs profitieren von persönlichen Erfahrungen und das ist nun mal meine. Letztendlich kann ich dir nur sagen, dass du offenbar sehr viel besser vorbereitet warst als ich, denn mir ging es bei diesen Läufen wirklich nich mehr gut.

      Wenn du Lust hast, würde ich dich gerne mal für den Blog interviewen:-) Bei Interesse schreib mir doch einfach mal ne E-Mail.

      Liebe Grüße
      Mietze

  4. Yvonne
    | Antworten

    Ich bereite mich auch für Berlin vor. Es wird mein 1. Marathon sein und ich habe einen Heidenrespekt vor der Distanz. Aber ich stresse mich nicht, mir irgendwelche utopischen Zeitziele zu setzen.
    Ich bin 39 Jahre alt, habe jahrelang keinen Sport getrieben, war übergewichtig und habe meinem Körper durch eine ungesunde Lebensweise eine Menge zugemutet. Durch eine Kombi aus Ausdauer- und Krafttraining habe ich über einen Zeitraum von 2 Jahren knapp 40 kg abgenommen, die ich nun seit längerem erfolgreich halte. Also warum sollte ich meinen Körper, dem ich mit der Distanz von 42.195km schon viel zumute, noch zusätzlich unter Druck setzen, wenn ich auf z. B. eine Endzeit von 3:59 hintrainiere? Das wäre kontraproduktiv und würde mir persönlich den Spaß an dem Lauf verderben.

    Klar will ich auch nicht als Letzte durch’s Ziel kommen. Aber, und da kann ich nur der Sarah zustimmen, ich möchte mit einem Lächeln über die Ziellinie kommen. Daher trainiere ich auch akribisch, laufe drei- bis viermal die Woche (Kurzdistanzen, Intervalle, Treppenläufe gern morgens um 5 vor der Arbeit, Langdistanzen am Wochenende) und mache noch zusätzlich funktionales Körpertraining zweimal die Woche. Habe bereits mehrere Halbmarathoni gelaufen u. a. dem HM beim Rennsteiglauf. So ein Trailrun ist ein echt gutes Training und um abzuchecken, wie der Körper diese Art der Belastung verkraftet. Aber ob ich nun nach 4:30h oder 5:30h ankommen werde, ist für mich nur zweitrangig. Für mich sind alle Finisher Laufhelden und haben meinen allerhöchsten Respekt.

    Von daher drücke ich uns allen ganz fest die Daumen, dass wir verletzungsfrei durch die Vorbereitung kommen und am 25.09. alle strahlend als Sieger über die Ziellinie laufen werden.

    • Mietze
      | Antworten

      Hi Yvonne, danke dir für deinen Kommentar.
      Was du da aber machst ist eben genau das: eine richtige Vorbereitung. Das ist ja das, was viele eben nicht machen und ja ob du dann nach 4h oder was auch immer ins Ziel kommst ist völlig zweitrangig so lange es dir Spaß macht. Ich habe nur geschrieben, dass ich nicht nochmal so lange unterwegs sein möchte, weil mir es genau dann keinen Spaß mehr gemacht hat, als abzusehen war, dass ich nicht durchlaufen kann. Das gilt natürlich nicht für jeden und andererseits gibts tausende für die das selbe aber auch schon bei einer 3.30er Zeit gilt und die sich für eine 4h Zeit schämen würden.
      Ich wünsche dir alles Gute für deinen ersten Marathon. Ich werd selbst an der Strecke stehen und dich und alle anderen anfeuern:-) Beim ersten Marathon sollte man sich sowieso keine Zeitziele setzen! Das habe ich damals auch nicht getan. Durchlaufen und glücklich sein ist das Ziel!Und klasse dass du so viel abgenommen hast und weiter so fokussiert trainierst! Auf meinem Blog muss sich niemand für seine Zielzeit schämen, so lange man mit nem Lächeln ins Ziel kommt und es einem gut geht. Ich bin ja selbst nicht die schnellste und übrigens auch noch nicht im Bereich von 4h gelaufen, aber eben schon im 5h Bereich.

      Liebe Grüße
      Mietze

  5. Sebastian
    | Antworten

    Ich bin meinen ersten Marathon 2014 gelaufen und es war eine Qual, ohne Stabitraining und ohne abwechslungsreichem Training habe ich es zwar über die Ziellinie geschafft. Spaß machte dies aber nicht!
    Mittlerweile bin ich 4xMarathon gelaufen, mache 2x die Woche Stabi und Krafttraining und habe Abwechslung in meinem Trainingsplan. Intervalle, Tempoläufe und ganz wichtig, die langen Dauerläufe ganz langsam laufen. Auch kann ich nur raten 10km Wettkämpfe zu laufen und sogar einen Halbmarathon davor als Leistungstest.
    Dies hat mir geholfen das mein letzter Marathon mein bisher bester war und ich auch den Zieleinlauf endlich genießen konnte.

    Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß beim Training und auch beim Marathon selber:-)
    Gruß
    sebi_runs

    • Mietze
      | Antworten

      und genau das ist die Message die ich verbreiten will!! Es kann Spaß machen, man muss hinterher nicht tot sein. Zumindest in unser Leistungsklasse nicht, wo man nicht unbedingt an der Grenze läuft:-) Danke dir für deinen tolles Kommentar!

  6. Christiane
    | Antworten

    Nun, ich habe für meinen ersten Marathon 5:30 gebraucht, und finde immer noch, dass es ein Marathon ist. 🙂 Mit 400 HM war es vielleicht auch nicht so die typische Einsteigerstrecke. 😉 Klar ist das Ziel, es das nächste Mal schneller zu schaffen, aber wie Du schon sagst: es ist eine Distanz. Wie man sie bewältigt, ist erst mal nebensächlich.
    HM unter 2 Stunden? Ja, das mag für ambitionierte Läufer durchaus ein Gradmesser sein. Ob ich das jemals schaffe, weiß ich nicht. Mag aber trotzdem wieder Marathon laufen. Wenn man mal nach USA schaut, sind die dort wesentlich entspannter, was Zeiten angeht.
    Hauptsache ist, und das schreibst Du ja auch, man ist gesund und hat Spaß dabei
    Ich finde es irgendwie schade, dass man in vielen Laufforen und -Plattformen das Gefühl vermittelt bekommt, als langsamer Finisher sei man irgendwie kein „richtiger“ Marathoni.
    Ansonsten stimme ich Dir in allen Punkten zu. 🙂

    • Mietze
      | Antworten

      Hallo Christiane,
      danke für deinen Kommentar. Ich erinner mich gut an deine Vorbereitung. Ich glaube da habe ich auch einige Male kommentiert. Dein längster Long Run war 28km oder? Ich sage ja auch nur, dass das Ziel sein sollte wirklich durchlaufen zu können, denn das eigentliche Finishen ist nicht die Schwierigkeit. Ich glaube mich zu erinnern, dass du davor verletzt warst?
      Ich hätte das differenzierter schreiben sollen. HM sub 2h? Ich glaube du bist in einer anderen Altersklasse oder? Meine Freundin ist auch sehr gut trainiert, aber läuft auch „noch“ über 2h.
      Glaub mir, auch als langsamer Finisher bist du definitiv ein Marathoni. Ich habe schließlich auch 3 gefinished, auch wenn nur 1er davon sub 5h war:-)

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