BIG 25: Von flachen Hintern und flitzenden Katzen!

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Wer mal eine richtig schöne Sightseeing Tour durch Berlin machen möchte ist beim BIG25 genau richtig. Nicht nur, dass man hier „nur“ 25km laufen muss, also die ätzend lange Marathonvorbereitung entfällt, nein man kann auch einen Halbmarathon und nen 10er laufen oder als 5-teilige Staffel an den Start gehen. Die Kosten sind dabei auch überschaubar. Bei der vollen Strecke ist man zum Beispiel schon für 25€ dabei, wenn man sich früh genug anmeldet.

Wo gehts lang?

Die Strecke führt den emsigen Läufer vom Olympiastadion über den Ernst-Reuter Platz, an der TU und Siegessäule vorbei bis hin zum Brandenburger Tor. HIer läuft man quasi die Marathonstrecke rückwärts über den Gedarmenmarkt und dann ab zum Potsdamer Platz, wo man wieder nach Norden abbiegt und durch das Botschaftenviertel wieder Richtung Olympiastadion läuft. Schon bei km 23 hat man es deutlich im Blick, muss dann aber noch eine Runde rumrennen, um über die Katakomben auf die blaue Bahn zu gelangen. Nach einer halben Runde hat man die Big 25 geschafft. Entsprechende Abzweigungen auf der Strecke für die Unterdistanzen sind vorhanden und auch gut ausgeschildert.

Der Morgen

Aufgestanden um 7Uhr, schlichen Rehspeck und ich in die Küche um die Katzen nicht zu stören….. Hah! Natürlich war es so nicht. Die Katzen weckten uns um 5.30Uhr und forderten lautstark Frühstück ein. Wir krochen also eher aus dem Bettchen um die Mietzerei zu füttern und gingen wieder ins zurück. 90min später standen wir dann wirklich auf und ich packte meine Sachen zusammen. Rehspeck ist natürlich viel organisierter und packt schon am Abend vorher…Brauch ich nicht. Ich weiß ja wo alles ist:D ….außer natürlich dem wichtigsten! Mein Championchip! Auch nach verstärkter Suche in den letzten Wochen ist er nicht wieder aufgetaucht. Meine Freundin Sam hatte zum Glück zwei und so hab ich mir einen mit Clifbars erkauft. Clif Bars – Die universelle Währung unter Ausdauersportlern.

Kurz vorm Abflug miaute auf einmal mein Telefon (Oh ja es miaut wirklich) und die liebe Caro war dran. Nach abgebrochenem Mammutmarsch fehlte ihr der Schlüssel, um wieder nach Haus zu kommen, da der noch in einem nicht wieder ausgeteiltem Verpflegungsbeutelchen steckte…Wir gewährten ihr Unterschlupf und flitzen um noch den Bus zu erwischen. 10 nach 9 purzelten wir (und gefühlt 300 andere Läufer) aus der U-Bahn am Olympiastadion. Es ging ein ziemlich heftiger Wind und ich war froh noch meine lange Hose drüber zu haben. Laufen wollte ich in einer 3/4 Hose und einem Long Sleeve.

Rehspeck gab recht schnell seine Sachen ab, nur ich wartete noch, da Sam mir noch den Chip geben wollte und die Clif-Bar Bezahlung sich sowieso noch in meinem Besitz befand. 20min vor dem Start fanden wir uns dann und tauschten alles zu Recht. Schnell noch eine Toilettenpause eingelegt und schon stand ich im Startblock B3. Rehspeck ordnete sich in B2 ein, da er ca 1.45 laufen wollte. Pünktlich fiel der Startschuss und wir setzten uns langsam in Bewegung. Den SpeedRun vom Samstag noch in den Beinen wollte ich kurzfristig auf der Strecke entscheiden ob ich nun wirklich 25km laufen würde oder nur 21 oder gar 10.

Im Startblock stehend musste ich an eine Folge der Rob Watson Show denken, ein Running Podcast. Hier philosophieren Eric und Rob bestimmt 10min darüber, dass es am Start eines Laufes nur Flachärsche zu sehen gibt und Leute? Es ist wirklich wahr!!! Nur ein paar Mädels konnten hier Punkte machen, aber die meisten sind untenrum schon eher schwach ausgebildet:D Also mehr Stabi für Läufer!!! Das formt nicht nur Hintern, sondern hilft auch beim Laufen.

Big 25: Es geht los!

Die ersten Kilometer zockelte ich entspannt dahin, bis ich merkte dass ich doch recht flott unterwegs war. Eine glatte 6er Pace auf Kilometer 3 und 4 gaben mir etwas Hoffnung,dass es heute vielleicht doch schneller werden würde als erwartet. Es ging allerdings auch bergab und so wollte ich nicht übermütig werden. Schließlich lagen im besten Falle noch 20km vor mir.

Die 10km Läufer ließ ich dann nach rechts abbiegen, da meine Beine locker flockig mitliefen. So schloss ich mich kurzentschlossen den Halbmarathonis an und lief weiter auf die Siegessäule zu. Selten hat mir Berlin so gut gefallen wie an diesem Tag. Da ich mental recht unvorbereitet startete, hatte ich mir weder die Strecken noch die dazugehörigen Pacer vorher angesehen. Als ein 2.30er Pacer an mir vorbeizog wusste ich nicht recht, ob ich mich an ihn hängen sollte oder lieber nicht. Ein HM in 2.30h lauf ich schließlich locker, einen 25? nicht so sehr! Ehe ich wusste was ich tun sollte, war er dann aber auch schon weg und ich blieb einfach in meinem Tempo. Schwankend um die 6er Pace lief ich bis zum Brandenburger Tor. Schnell hindurchflitzend begannen wir dann die Marathonstrecke von hinten aufzurollen und liefen über den Gedarmenmarkt, kreuzten die Friedrichstraße, um dann hinter dem Potsdamer Platzer durch das Botschafterviertel wieder Richtung Olympiastadion zu flitzen.

Die Flitzekatze ist auf Zack!

Wisst ihr wie das ist, wenn es mal so richtig gut läuft?? Genau! So war das. Ich lief und lief und pendelte mich irgendwo um die 5.50min/km ein. Langsam begann ich von einer sub 2.30er Zeit zu träumen. 25km in 10km/h war ich vorher offiziell noch nie gelaufen und langsam packte mich der Ehrgeiz, der sich sonst eher schreiend unter der Decke versteckt. Bei Kilometer 18 begann ich zu rechnen. Ich hatte eine 1.43 auf der Uhr….locker würde ich unter 2.30 bleiben dachte ich. Das sind ja schließlich noch 47min für 6km!!! Das 25-18 nicht 6 ergeben erkannte ich erst bei Kilometer 19….Mein Hirn hat irgendwie echte Aussetzer beim Laufen.:D Nun gut musste ich also auf die Tube drücken und eher schneller als langsamer werden. Den fiesen Anstieg auf der Kantstraße, der mir in den Jahren zuvor immer Probleme bereitet hat, nahm ich überraschend unbeeindruckt….und ja, das ist definitiv ein Berg!

Jetzt hieß es nur noch Tempo halten! Am letzten Verpflegungsstand flog ich vorbei. 5 Kilometer würde ich auch noch ohne Wasser schaffen. Was sind schon 5 Kilometer? So war es dann auch, obwohl ich die letzten 2 Anstiege völlig aus meinem Kopf verbannt hatte. Die Brücke vorm Olympiastadion plus der Anstieg auf dem Parkplatz waren dann doch noch sehr kräftezehrend, zumal es das schlimmste ist, wenn man das Stadion schon sieht und dann nochmal 2 Kilometer drumrum laufen muss. Aber Schwänzchen hochgestellt und dem Ziel entgegen!!! Pünktlich zum Einlauf in die Katakomben hatte ich High School Musical auf dem MP3 Player und ich muss zugeben, dazu läuft es sich immer besonders gut. Die Sambaband setzte noch einen drauf und war extra genial. Die blaue Bahn in Sicht legte ich nochmal deutlich zu und flitzte zum Ziel! Eine 4.18er Pace hatte ich auf den letzten Metern. Da waren definitiv noch Körner übrig.

Aber einen so guten Lauf hatte ich schon lange nicht mehr und meine Schwäche ist nicht unbedingt die körperliche Leistung zu bringen sondern daran zu glauben, dass ich es auch kann. 25km in 5.53er Pace waren es am Ende und das mit einem so guten Gefühl, dass ich sicher bin es noch ein bisschen länger hätte halten zu können. Huuuuuiiiii. Klar der Marathon sub 4 ist noch weit entfernt, aber das war ein Plus für mein Selbstbewusstsein.

Das Wetter spielt verrückt

Selten hat Berlin so viele Wetterphanomen in 2-2.5h Laufen verpackt. Frierend am Start, schwitzte ich wie ne Blöde auf den ersten Kilometern, als auf einmal die Sonne rauskam. Bei Kilometer 11 folgte dann ein kurzer Moment Regen, Hagel? und starker Wind, der mich fast von der Strecke pustete, nur damit es zum Ende wieder richtig heiß werden konnte. Ständig war ich also damit beschäftigt meinen Buff vom Hals zum Handgelenk und zurück zu räumen, den Reißverschluss meinen Shirts auf- und zu zu machen sowie die Ärmel auf- und abzukrempeln. Das war quasi eine Extra Sporteinheit beim Laufen!

Die Privilegien der Schnellen

Da ich ja eine soziale Mietz bin, stehe ich als Helferlein beim Mazda Iga Lauf Ende Mai zur Verfügung. Dafür bekommt man vom Berlin läuft Team 2 kostenlose Startplätze für die eigenen Events und so kam es, dass der Rehspeck kostenlos (quasi finanziert durch meine Arbeit) starten durfte. Er nutze die Premiere natürlich und flitzte schon nach 1.48h und ein paar Zerquetschten durchs Ziel. Hier liess er sich erstmal die Beine durchkneten! So ist dass, wenn man nicht mit den Massen kommt. Da kann man all die schönen Dinge ausnutzen und muss auch nicht an der Zielverpflegung anstehen 😀

Massage
Massage

Ich fand den Lauf ganz nett. Er war gut organisiert, von der Startnummernausgabe bis zur Kleiderabgabe war das sehr problemlos. Ich fand es positiv, dass heuer anscheinend erstmals die Startblöcke kontrolliert wurden, denn nichts nervt mehr als die ersten paar Kilometer langsamerer Läufer zu überholen. Ich kam beim Start gut weg und konnte bis Kilometer 13 auch meinen Pace von 4:11 halten, musste aber dann aufgrund des Windes ein bisschen zurückstecken. Bei 18 regnete es nochmal kurz was der Motivation auch nicht so viel weiterhalf, aber am Ende war ich mit meiner 1:48:53 schon zufrieden (Mein Ziel war ja um die 1:50 zu laufen). Als etwas seltsam empfand ich die Tatsache, dass es bei den Labestationen nur Wasser gab (Ich nehm eigentlich auch beim Marathon größtenteils Wasser. Das kenne ich so von großen Läufen, mit über 10.000 Teilnehmern, nicht und hatte mir da wenigstens etwas Iso erwartet. Dazu bin ich immer ein Freund davon, die Laben mit einem Schildern vorher anzukündigen, das verhindert meiner Meinung, dass Läufer plötzlich von der anderen Seite der Strecke hereinschneiden, weil sie die Labe verpasst haben.Alles in Allem war es ein nettes Rennen, dass sicher auch noch mehr Publikum anzieht, wenn die Temperaturen weniger kühl sind. Achja, die Massage war top!

 

Nach vier Jahren in Folge 2013 (10k), 2014 (25k), 2015 (21k), 2016 (25k) hat der Big 25 nichts von seinem Reiz verloren und ich freue mich schon am 07.5.2017 am Start zu stehen

Folge Mietze:

Tierärztin

immerhungrige katzenverliebte fitnessverrückte Weltenbummlerin

2 Responses

  1. […] BIG 25: Von flachen Hintern und flitzenden Katzen! – 19. Mai 2016 […]

  2. EarnYourBacon
    | Antworten

    Jaja, die Caro und ihr Unterschlupf 🙂
    Mein Schlüssel steckte übrigens mitnichten in einem Verpflegungsbeutel. Bin ja nicht närrisch. Die bessere Hälfte sollte mir den mit warmen Sachen zum Ziel bringen. Aber der schlief ja zum Zeitpunkt des Abbruchs noch 😉

    Wie schön, dass dich der BIG25 so gut motivieren konnte. Die Saison hat ja gerade erst angefangen. Da geht also (hoffentlich) noch was. Verlier sie nicht, deine Motivation!

    Und was bitte? LABEstationen? 😀 😀 😀 Großartig!
    Dass BIG 25 es aber immer noch nicht schafft, unterwegs bei 25 km Laufstrecke Isodrinks und Bananen zu reichen, find ich immer noch schwach. Deswegen wackel ich auch lieber 100 km Richtung Polen!

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