Shipping up to Boston – Boston Reise Tipps

eingetragen in: Blog, Reisen, USA | 0

Der Boston Marathon ist rum,aber nachdem ich 6 Tage dort verbrachte und mich in die Stadt verliebe hab, kommt hier nochmal ein Bericht, was man auf einer Boston Reise so alles treiben kann. Ich habe für euch ein paar Tipps zusammengestellt, die man beim Besuch im Hinterkopf behalten sollte.

 

Welcome to New England

Boston liegt an der Nordostküste der USA, etwa 400km nördlich von New York. Es ist die Hauptstadt des Bundesstates Massachusettes und einer der ältesten, reichsten und kulturellsten Städte Amerikas. In der Greater Boston Area leben 6,5 Mio. Menschen, die Stadt ist ein kulturelles (MIT, Harvard University, Northeastern und Boston University) sowie wirtschaftliches Zentrum und war lange der größte und wichtigste Hafen der USA. Bekannt aus der Geschichte ist die Boston Tea Party, als Revolutionäre als Indianer verkleidet 342 Kisten Tee in den Hafen warfen, aus Protest gegen die Erhöhung von Steuern auf Tee. Heute noch hat Boston viele wichtige Stätten aus der Zeit um und nach den Unabhängigkeitskriegen. Diese sind erlaufbar. Nicht umsonst hat Boston den Spitznamen Amerikas Walking City, aufgrund seiner gut zu Fuß erreichbaren Kernbezirke und Sehenswürdigkeiten. Möchte man nicht laufen, fährt man mit der T, der Bostoner U-Bahn. Die Linien durchziehen die Stadt und ein Wochenticket ist mit 19$ spottbillig. Doch kommen wir zu den Highlights:

Freedom Trail

Der Freedom Trail ist ein 4,5km langer Weg durch Boston vom Boston Common zum National Monument am Bunker Hill. Dabei folgt man einer Spur aus Pflastersteinen und kann sich so nie verlaufen (bzw. man folgt einfach der Menge an Touristen, die den Trail jeden Tag abgehen 😀 ). Du startest am Boston Common, dem großen und ältesten Park im Herzen von Boston (Green Line T Stops: Boylston, Park Street).

Dein Weg führt dich durch die zentralen Stadtteile Beacon Hill und Downtown zuerst zur State Library, dann zur Park Street Church und über mehrere Kirchen zum Old South Meeting House und dem Old State House, dem alten Rathaus Bostons und weiter zur Faneuil Hall und dem Quincy Market. Hier empfiehlt es sich eine Pause einzulegen und den Markt zu erkunden. In den Hallen des North Market, Quincy Market und Faneuil Hall bzw. des Boston Public Market lässt es sich hervorragend schlemmen (mehr dazu unten), denn es wird sowohl lokales als auch Essen aus aller Welt angeboten.

Der Trail führt nun ins North End, einer stark italienisch geprägten Gegend. Auch hier kann man wunderbar rssen gehen. Highlights sind die North End Church und Copps Hill Burying Ground mit Blick auf den Hafen. Der Trail windet sich nordwärts und über die Charleston Bridge, wo man nach rechts zum Old Navy Shipyard abzweigt. Hier liegt mit der 1797 gebauten U.S.S. Constitution das älteste schwimmende Kriegschiff der Welt. Vom Pier hat man einen schönen Blick auf Bostons Skyline (und eine Fährverbindung zu Aquarium).

Der letzte Stopp ist das National Monument am Bunker Hill. Hier versammelten sich die amerikanischen Milizen im Unabhängigkeitskrieg und wurden von den Engländern in einer blutigen Schlacht besiegt. Die Niederlage diente jedoch massiv den Bemühungen um eine Einheit der Milizen und wurde ein Symbol für die Rechtmäßigkeit des Kampfes. Heute steht dort ein 64m hoher Obelisk, den man erklimmen kann (Tickets gibts gratis im Museum) und von dem man einen tollen Blick auf die Stadt hat. Aber Achtung: 296 Stufen wollen erobert werden.

Harvard University

Boston ist eine Universitätsstadt, zahlreiche Unis wie die Northeastern,die Boston University, das MIT (Massachusettes Institute of Technology) und etliche Colleges haben hier ihren Sitz. Am bekanntesten ist jedoch wohl die 1636 gegründete Harvard University an der u.a. Berühmtheiten wie Bill Gates, Mark Zuckerberg, Bill Clinton, John F. Kennedy, Ban Ki Moon, Nathalie Portman und Steve Jobs studiert haben. Die Uni liegt nordwestlich vom Stadtzentrum im Stadtteil Cambridge (Red line T-Stop: Harvard). Vor Ort werden für 10$ 1h Touren von Studenten angeboten. Ich habe diese gemacht und man bekommt dabei einen Einblick in die Geschichte einer der Eliteunis der Welt.

Am zentralen Harvard Square steht die Statue von John Harvard mit der Inschrift „JOHN HARVARD  •   FOUNDER  • 1638″. Sie wird auch „die der 3 Lügen genannt“. John Harvard war nämlich 1) Nicht der Gründer sondern ein Spender, nachdem die Uni dann benannt wurde 2) wurde die Uni 1636 gegründet und 3) ist der Mann, den die Statue darstellt ,wohl nicht John Harvard (er war zum Zeitpunkt der Spende alt und schwer krank).

Alle Häuser am Harvard Yard mit roten Ziegeln sind jene der Fraternities und hier wohnen die Erstsemester. Etwas südlich Richtung Charles River befinden sich dann die Upper Houses. Wie der Name schon verrät leben hier die Studenten nach ihrem Freshman Year. Man wird von der Uni aufgrund seiner Freunde und Kurse einem passenden Upper House zugeteilt. Im Science Center am Campus gibt es einige spannende technische Exponate zu bestaunen, unter anderem den ersten IBM Rechner. Vor dem Science Center parken mittags 5 Foodtrucks, die exzellentes Essen für kleine Münze (Hauptgericht 6-8$) verkaufen.

Die Mietze hatte in Harvard noch einen Spezialauftrag : „Mach ein Foto von einem Harvard Hörnchen!“. Ich war zuerst so ??? , erfuhr aber dann, dass wohl in der TV-Serie Gilmore Girls immer wieder von denen gesprochen wurde. Am Harvard Yard selber fand ich leider trotz massiver Suche keine, aber dann am Harvard Common (ca. 150m nördlich der T Station) wurde ich fündig und dort wuselte es nur so von den putzigen Tierchen.

 

The New England Aquarium and Whale Watch

Da Boston an 3 Flüssen liegt (Mystic/Charles/Chelsea River) und noch wichtiger an der Küste zum Atlantik, spielt das Wasser und dessen Fauna und Flora eine große Rolle. Das New England Aquarium (Blue Line T-Stop: Aquarium) bietet die Möglichkeit sich die Tier und Pflanzenwelt des Meeres aus der Nähe anzusehen und diese nehmen pro Jahr 1,3 Mio. Besucher wahr. Tickets (26,95$) kann man online wie an der Kasse kaufen. Am Wochenende ist online definitiv die bessere Idee, da man die Warteschlange überspringen kann. Noch vor Betreten des Aquariums ist links der Blick frei auf Seehunde, die anscheinend einen großen Spaß mit den Zuschauern haben.

Im Aquarium gibt es mehrere Möglichkeiten den Tieren nahe zu kommen: Es gibt eine Becken mit Haien und Rochen, die man streicheln kann, ebenso wie eins, wo man Seesterne anfassen darf. Daneben wird auch die Kraft von Oktopus Tentakeln demonstriert, und in einem anderenTank schwimmen 2000 Heringe in einer Schule (Video).

Das Herzstück bildet ein 760.000 Liter Meerwassertank im Zentrum des Aquarium, in dem sich von Schildkröten, Fischen aller Art, über Haie und Rochen alles tummelt, was im Meer zu findet ist. Auf der untersten Ebene wird ein spezieller Fokus auf Pinguine gelegt, zu sehen sind Afrikanische, Felsen- und Litte Blue Pinguine. Dem Besucher wird erklärt, wie sie leben, jagen und wie man helfen kann ihr Überleben zu sichern. Im Außenbereich im Erdgeschoss kann man kalifornische Seelöwen beobachten.

Auf den oberen Ebenen werden verschiedene Wasserwelten dargestellt, so in etwa die Mangrovensümpfe Südamerikas, die Tiefsee oder auch die Steinküste. Dort kann man Piranhas, Quallen, Störe, Zitteraale, Langusten und ähnliches Getier beobachten. Es gibt den ganzen Tag Specials und Vorführungen, so werden viele Tiere gefüttert bzw. sind auch Taucher im großen Seatank unterwegs. Imposant ist dann der Weg zurück ins Erdgeschoss auf einer Rampe rund um den Tank. Dabei hat man ausgiebig Zeit die Tiere zu beobachten.

Das New England Aquarium bietet auch die Möglichkeit von März bis September auf eine Whale Watching Tour zu gehen (49$ bzw. Kombiticket mit Aquarium erhältlich). Mit einem Katamaran schippert man ca. 45min zur der Küste vorgelagerten Stellwagen Bank, wo man die Meeressäuger sehr gut beobachten kann. Ich wollte das natürlich machen und so fuhren wir hinaus. Je weiter wir auf offene See kamen, desto ärger waren die Winde und Wellen und der Kapitän entschloss sich dann leider in den Hafen zurückzukehren, um die Sicherheit zu gewährleisten. So bekam ich eine gratis Bootstour aber leider keine Wale zu sehen. Aber dennoch ein paar nette Ausblicke auf den Hafen.

Boston Marathon Adidas Runbase und Boston Finish Line

An der Boylston Street liegt mit der Boston Marathon Adidas Runbase eine Fixadresse für Läufer beim Boston Besuch. (T-Stop Covention Center) Die Base ist ein Store und zeigt gleichzeitig allerlei historische Artefakte (Trikots, Schuhe und Medaillen) aus der Geschichte des Boston Marathons. Dazu steht in der Mitte des Stores ein Relief der Strecke, das verdeutlicht warum Boston als anspruchsvolle Marathonstrecke gilt. Die Runbase bietet Dienstags um 18h und Donnerstags um 18.30h Läufe an, auch am Wochenende gibt es immer wieder gemeinsame Läufe. Umkleiden und Duschen sind vor Ort vorhanden und können auch ohne Beteiligung an einem Adidas Runbase Lauf genutzt werden.

Ein paar Hundert Meter die Straße runter Richtung Stadt ist der Copley Square, jener Ort wo der Boston Marathon jedes Jahr endet. Hier findest du das ganze Jahr über die Ziellinie und daneben ein Denkmal mit dem Profil und Verlauf der Strecke und der Liste von allen Siegern des Boston Marathons

Boston Specials: Lobster Roll, Clam Chowder und Mike’s Pastry

Nun zu meinem Lieblingspunkt: Essen. Boston ist weithin bekannt als Bean Town, dies hat aber trotz der vielen Kaffees nichts mit mit den Kaffeebohnen zu tun, sondern mit Baked Beans und stammt aus der Zeit als Boston ein wichtiger Hafen und Bohnen ein Hauptnahrungsmittel war.

Massachusettes und Maine sind jene Staaten der USA, die bekannt für ihre Hummer sind. Die Schalentiere landen in allen möglichen Gerichten, so wie Lobster Mac and Cheese, Lobster Ravioli, Lobster Soup und nicht zuletzt der bekannten Lobster Roll. Dieses Sandwich vom richtigen Laden ist der Knaller, wenn ihr auf Meeresfrüchte steht – ein knackiges Brötchen gefüllt mit reichlich Fleisch vom Hummerschwanz in einer ganz leichten Aioli Creme. Himmlisch schmeckte es mir bei Red´s Best Seasfood am Boston Public Market, einer Kooperative von lokalen Fischern um 15$.

Boston zweites Signature Gericht ist Boston Clam Chowder. Diese Muschelsuppe kriegt man fast überall. Sie wird zubereitet mit Venusmuscheln, Speck, Kartoffeln, Zwiebeln, Dill, Thymian und Gewürzen. Angeblich werden die Zutaten schichtweise zubereitet und gewürzt, dann am Ende mit Brühe aufgegossen und langsam geköchelt. Am Ende wird die Suppe mit Sahne abgebunden und erhält so ihre sämige Konsistenz. Ich habe mich am Quincy Market an einer mittleren Portion versucht und es schmeckte richtig gut (und ich war danach durchaus satt) 😀

Clam Chowder
Clam Chowder

 

Wie vorher erwähnt hat Boston eine große italienische Community. Schon an meinem ersten beiden Tagen in Boston fielen mir die vielen Personen auf, die eine weiße Box mit blauer Aufschrift trugen. Beim xten mal hab ich dann gelesen, woher sie stammen, die Aufschrift sagte Mike´s Pastry – home of the cannoli. Da ich Cannoli seit meinem Sizilienurlaub 2002 liebe, war ich sofort Feuer und Flamme den Laden zu finden. Cannolo ist sizilanisches Gebäck, eine Brandteigrolle gefüllt mit durch Zitronenschale und Zucker aromatisierten Ricotta, teilweise noch mit kandierten Früchten. Es gibt noch eine zweite Variante ,bei der in den Ricotta Schokostückchen eingearbeitet werden.

 

Im North End, dem Little Italy Bostons, gleich am Freedom Trail liegt Mike´s Pastry. Man kann ihn eigentlich nicht verpassen, man muss nur der Spur der Menschen mit den Boxen in der Hand folgen :D. Der Laden war voller Leute und es gab zu meiner Überraschung nicht nur 2 sondern gleich 20 Sorten Cannoli, plus diverse andere Süßspeisen, die alle super aussahen. Nach ca. 10min Wartezeit und 4$ hatte ich die weiße Box in meinen Händen und zog mich in einen Nahe gelegen Park zur Verkostung zurück. Was soll ich euch erzählen: Der Cannolo schmeckte etwas süßer, als das was ich aus Sizilien gewohnt war, aber er war auch gut 30% größer als seine italienischen Verwandten.

Solltet ihr jemals in Boston vorbeikommen, kann ich euch nur empfehlen ein paar Tage dort zu bleiben und die Schönheit der Stadt zu genießen. Ideale Reiszeiten sind April bis September, in den Wintermonaten dagegen kann es dort sehr schneereich werden.

 

Folge Rehspeck:

Key Account Manager

11 x Marathon Finisher,Immer und überall Läufer. 2:57h Marathon PB. Läuft 2018 in Valencia, Berlin, Kopenhagen. Running the Six: Berlin,Boston,Chicago ✔ NYC,LDN,TKY to be done.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere