Boston Training: Der Grazer Halbmarathon revisited

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Noch 4 Wochen bis zu meinem Highlight im Frühjahr – dem Boston Marathon. Höchste Zeit für einen Formtest. Da traf es sich ganz gut, dass in meiner Heimatstadt im März der Halbmarathon Graz stattfindet. Mit diesem Rennen verbindet mich eine Geschichte, die bisher nicht sehr positiv geprägt war.

Graz HM bisher – Pleiten und DNS

Dieses Rennen war 2012 mein erstes offiziell gelaufenes. Ich wollte den Halbmarathon unter 1:45h laufen und bin dann leider mit 1:47:48h ins Ziel gekommen. Damals war es noch eine große Runde entlang der Mur, ich war zu warm angezogen und hatte eigentlich vom Laufen nicht so wirklich Ahnung. 2013 & 2014 fand das Rennen dann leider nicht statt.

Letztes Jahr wäre es mein letzter Test für den Hamburg Marathon geworden, nur leider fühlte ich mich Montags vor dem Lauf schlecht. Die Ärztin diagnostizierte einen grippalen Effekt mit 5 Tagen Ruhe (die ich auch wirklich brauchte) und mein Start beim Rennen war Geschichte. Ich war zwar Sonntag an der Strecke, aber nur um meine Freunde und Running Gu anzufeuern, der dort mit 1:23:32h PB lief und mit dem ich eigentlich zusammen hätte laufen sollen. Es ist bisher der einzige DNS (Did Not Start) meiner Laufkarriere.

Heuer sollte es dann im dritten Anlauf klappen. Der Kurs ist ein 7,03km Rundkurs der vom steirischen Fußballverband beim Zentralfriedhof entlang der rechten Seite der Mur bis zur Karlauerbrücke führt, wo man auf die andere Seite wechselt. Dann gehts auf der linken Murseite über den Augarten in die Innenstadt und über eine Schleife zum Hauptplatz. Von hier quert man die Mur und läuft am rechten Ufer zurück zum Start. Bei dem Rennen können 7,14 oder 21,1km absolviert werden oder der HM als Staffel. Im Rahmen des Rennen fanden die steirischen Meisterschaften im Halbmarathon bzw. die steirischen akademischen Meisterschaften im Halbmarathon statt – für ein schnelles Feld war also gesorgt.

Ich bin eigentlich kein Fan von Runden laufen bei Wettkämpfen, aber es hat den Vorteil, dass man seine Zeiten gut kontrollieren kann und sieht wo man eventuell schwächere Segmente hat. Aber nun zum Rennen….

Eine gute erste Hälfte bei warmen Wetter

Das Racepack für dne Grazer HM
Das Racepack für den Grazer HM

Ich entschloss mich mit dem Bus zum Start zu fahren und später die knapp 4km locker heim zu laufen (quasi auslaufen). Das klappte ganz gut und ich war 25min vor Start dort. Kurz Sachen abgelegt, bisschen warm gelaufen noch ‘nen Schluck Wasser und rein in die Startaufstellung.

Der erste Kilometer war mal wieder zu schnell (3:45min) aber danach pendelte sich das Tempo um die geplante 4:00er Pace ein. Das Wetter war mit 10° Celsius und Sonne warm … fast schon zu warm. Die Strecke bot nicht viel Schatten außer im Bereich um den Hauptplatz, wo auch die erste Labestation lag. Über die Mur (den Fluss in Graz) ging es dann schon wieder zurück zum Start. Ich war in einer größeren Gruppe von ca. 15 Läufern und wir schlossen die erste Runde nach 27:40min ab – alles soweit im Plan. Kilometer 8 & 9 vergingen gut, und schon waren wir bei Kilometer 10 wieder am Hauptplatz angelangt, die Durchgangzeit hier 39:54min, also weiterhin alles sehr gut auf Kurs zur Bestzeit (bisher 1:24:57h). Doch dann kam Kilometer 11 und ich spürte etwas in meiner Kniekehle ziehen. Ich hatte am Mittwoch vorm Rennen nochmal 5x1000m Intervalle gemacht und beim letzten 1000er plötzlich ein Ziehen hinten rechts in der Kniekehle gespürt. Es war jedoch mit Dehnen, Blackroll und Co wieder weggegangen. Bis jetzt…

Der Kampf gegen die Uhr

Und so nahm das Drama seinen Lauf. Ich musste die Gruppe, in der ich war, ziehen lassen und kämpfte mich zum Ziel um Runde 2 abzuschließen. Dabei merkte ich wie meine KM-Zeiten auch um ein paar Sekunden langsamer wurden, die 14km Marke passierte ich bei 56:20min und damit nur 4sek über dem Plan..noch war theoretisch alles drin. Nur leider praktisch nicht mehr, denn auf der letzten Runde konnte ich zwar mein Tempo halbwegs halten und den Schaden begrenzen, aber die Kilometerzeiten passten nicht mehr. Ein paar Läufer gingen an mir vorbei und ich biss die Zähne zusammen und rannte so schnell wie es noch ging.

2 Kilometer vorm Ziel sah ich, dass wenigsten ne 1:25er Zeit möglich wäre und rannte dann die letzten 2 auch wirklich wieder in 4:02er pace. Noch 500m und ich war im Zielsprint Modus…die Uhr tickte 1:25.57,1:25:58.1:25:59 und ich war endlich über die Ziellinie. Aber hatte es noch gereicht? Auf der Uhr hatte ich handgestoppte 1:26:01 und die Hoffnung, dass ich ein bisschen ungenau gestoppt hatte. Als ich dann später die offizielle Zielzeit las kam ein kurzer Moment der Ernüchterung in mir hoch, denn da Stand 1:26:00:1. Ich hatte es also geschafft um 2 Hundertstel an der 1:25 zu scheitern. Gesamt wurde ich 69, in der AK M-30 dann 41ster.

Im Ziel machte ich mich erstmal über Suppe, Osterpinze (ein traditionelle Hefegebäck) und den Rest der Ziellabe her und wartete dann auf das Finish meiner Bekannten. Nach ein bisschen quatschen wollte ich dann heimlaufen, aber das erwies sich als gar keine so gute Idee, wie ich nach 200m feststellen musste. Laufen war ziemlich aua, also fuhr ich auch mit dem Bus wieder zurück. 3 Tage später ist meine Sehne wieder freundlicher gestimmt und dank Heatpack auch gut versorgt. Hab nach 2 lockeren Tagen mit 8km bzw. 15km im 5:20er pace gestern Intervalle (siehe hier) gemacht und dabei im Knie nichts mehr gespürt. Somit hoffe ich, dass sie mir in Boston dann keine Probleme mehr macht.

Wie läuft eure Vorbereitung für das Frühjahrshighlight? Sei ihr auf Kurs? Baut ihr Testrennen in euren Plan ein?

 

Folge Rehspeck:

Key Account Manager

11 x Marathon Finisher,Immer und überall Läufer. 2:57h Marathon PB. Läuft 2018 in Valencia, Berlin, Kopenhagen. Running the Six: Berlin,Boston,Chicago ✔ NYC,LDN,TKY to be done.

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