Halbzeit des Boston Marathon Trainings: Schneller, weiter, mehr…

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Die ersten 6 Wochen des Trainings für den Boston Marathon sind geschafft. Am 25.1 startete das Abenteuer und mittlerweile sind 570 Kilometer in 36 Einheiten vergangen und es Zeit für einen Zwischenbericht.

Reiseplanungen und amerikanische Organisation

Mittlerweile sind alle Details geklärt, was Flug und Unterkunft anbelangt. Es geht am Freitag vor dem Rennen nach Boston, wo ich dann bis Donnerstag bleibe. Nach einem kurzem Abstecher nach NYC, geht’s von dort wieder gen Heimat. Übernachtet wird dank der horrenden Hotelpreise während des Marathons (das günstigste Hotelzimmer schlägt mit 1400€ zu Buche) für weit weniger in ‘ner netten AirBnB Unterkunft in East Boston. Von Boston nach NYC geht’s klassisch mit dem Greyhound, denn die 5$ Fahrpreis sind nicht zu schlagen :D.

Die Boston Athletic Association ist derweil sehr fließig und schickt mir E-Mails und ganz altmodisch echte Post mit allerlei Informationen und meiner Karte für die Startnummern Abholung. So habe ich dann schon mal erfahren, dass die Amerikaner das Organisatorische sehr straff handhaben. Mein Startsackerl muss ich in Boston abgeben, bevor ich und die anderen Starter 45min mit dem Bus nach Hopkinton gekarrt werden. An Board des Busses darf ich keinen Rucksack mehr haben, sondern nur noch ein 4 Gallonen fassendes durchsichtiges Plastiksackerl, in dem ich maximal einen Liter Flüssigkeit haben darf.

Die Busse sind nach Startwaves und Blöcken in den Waves organisiert und da ich wieder unter 3 Stunden laufen möchte (und damit in der ersten Wave) muss ich wohl die ersten Busse zwischen 6:00h und 6:45h Uhr nehmen. Das bedeutet, dass ich mich mit 2:30h vorm Start so früh wie nie an einem Marathonstart befinden werde… Mein bisheriger Rekord stammt noch aus Berlin mit 45min vorher. In Hamburg sprang ich erst 3min vorm Start in den ersten Block. Normal finde ich 30min vorher dort sein ideal, Sackerl rein, kurz nochmal Blase entleeren, 5min warmlaufen und ab gehts…

Nun stellen sich mir 2 Fragen: 1) Wie organisiere ich mein Frühstück? De facto wäre ja irgendwann im Bus essen von der Zeit eigentlich ideal.Also Brötchen schmieren und im Bus vertilgen? Entspannend ist was anderes. und 2) Was zur Hölle mache ich 150min bis der Start beginnt? Das ich mir irgendwelche warme Kleidung mitnehme, die ich am Start zurücklasse ist schon mal klar. Aber sinnlos rumtigern ist nicht ideal, irgendwo rumliegen genauso wenig. Über die Antwort zu diesen Frage muss ich mir noch dringend Gedanken machen und bin über Erfahrungsberichte von Leuten die schon in Übersee gelaufen sind dankbar.

Intervalle sind super,TDLs so lala

Das Training läuft einstweilen ganz gut. Die Wochenumfänge haben sich mittlerweile von 80km auf über 100km in der Woche gesteigert, bei 6 Einheiten. in den nächsten Wochen werden sie mit ~120km den Höhepunkt erreichen. Ich mache bisher 2x in der Woche Speedwork, d.h. Tempo,Tempo,Tempo.

Dienstags stehen immer Intervalle auf dem Plan. Von 400m über 800m und 1k & 2k war bisher alles dabei und diese fielen mir von Woche 1 an erstaunlich leicht. Am Freitag wird das ganze differenzierter angegangen, hier finden seit Woche 5 jetzt Tempodauerläufe (TDL) im geplanten Halbmarathon Pace (4:00min/km) bzw. Marathon Pace (4:07min/km) statt. Vorher standen hier auch Pyramidenintervalle oder Fahrtspiele am Plan. Mit den TDLs bin ich aktuell noch nicht so zufrieden, die im Marathon Tempo gehen eigentlich problemlos, nur jene im HM Pace sind schwer und hier bin ich bisher 2x über meiner geplanten Zeit gelegen. Aber die Einheit von letzten Freitag gibt mir Zuversicht, dass es aufwärts geht.

Dein Freund namens Endbeschleunigung

Am Wochenende stehen nun immer die Langen Läufe an. Ich steigerte mich bisher von 28 auf 30km und lief zuletzt 2x je 32km und 1x 35km. Die letzten beiden Wochenenden waren die Longjogs auch noch mit Endbeschleunigung, also bei 32k die letzten 4k schneller und bei 35k die letzten 5k schneller. Ich schaffte es hier von 5:12er Pace bzw. 5:17er Pace auf den letzten Kilometern auf ne 4:11er/4:12er Pace zu drücken. Das ist zwar noch nicht mein MA-Tempo aber nach Peter Greif kann die EB je nach Tagesform auch 10-15sek von der geplanten Zeit abweichen.

Warum tut man sich das an? Weil es dem Körper lehrt auch im Rennen,wenn er müde ist, nochmal Kräfte für einen Endspurt zu mobilsieren und den Fettstoffwechsel nochmals zu fordern. Außerdem finde ich es super für den Kopf, wenn man weiß,dass man am Ende nochmal zulegen kann, auch wenn man müde ist.

Auch unter der Woche baue ich in meinen lockeren Läufe, oft gegen Ende auf den letzten 1-3km, noch eine Temposteigerung ein. Bin ich zu müde, lasse ich es, aber wenn die Energie stimmt sind am Ende nochmal schnelle 1-3km nach 10km locker Laufen richtig befreiend.

Was kommt noch?

Am 20.3 steht mit dem Grazer Halbmarathon mein Testrennen für Boston an. Die 3 x 7km Runde durch Graz war schon letztes Jahr auf meinem Plan! Ich wurde dann aber von nem grippalen Effekt flachgelegt, dem ich noch immer etwas Schuld an meinem Hamburg Versagen gebe. Heuer soll das klappen und ich möchte mit einer annehmbaren HM Zeit einen gute Basis für Bosten legen. Eigentlich sind von den kommenden 6 Wochen nur mehr 3 Harte dabei. In der Woche des Halbmarathons wird ja die Kilometerzahl etwas reduziert und in den letzten beiden Wochen dann schon langsam das schlimme Tapering betrieben.

 

Wie geht es euch bei euren Trainings für eure Frühjahrsläufe? Was sind eure Ziele? Habt ihr schon mit Endbeschleuningung im Training gearbeitet?

 

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Key Account Manager

11 x Marathon Finisher,Immer und überall Läufer. 2:57h Marathon PB. Läuft 2018 in Valencia, Berlin, Kopenhagen. Running the Six: Berlin,Boston,Chicago ✔ NYC,LDN,TKY to be done.

3 Responses

  1. […] durfte ich dieses Jahr beim Boston Marathon antreten. Mehr Infos zu der Qualifikation und meinem Training gabs in den letzten Wochen. Heute erfährst du wie es am großen Tag […]

  2. Saffti
    | Antworten

    Ach Gott, ich wollte auch immer mal in Boston laufen. Aber allein die 150 Minuten Warterei auf den Start schrecken mich ja gewaltig ab – wenn es da noch regnet oder kalt ist, brrrrr. Gibt ja doch auch ein paar schöne Orte, die nicht so weit weg sind.

    Zu meinem Trainingszustand poste ich lieber nix. Aber mein nächster Marathon wird eh erst am 2.10. steigen.

    • Rehspeck
      | Antworten

      Hey, Saffti – diese 150min vorher sind meine grobe Schätzung und auch eben auf die Wave 1 bezogen (die wohl bis ~3:05 geht). Dazu ist diese Bus Shuttle Info mal eine Empfehlung und denke mal kein Must (kann ja immer was passieren). Ich überlege auch, ob ich nicht individuell zum Start fahre, da ich sowieso ein Wochenticket für Boston nehme. Und klar, Regen oder kalt ist logischerweise nicht fein, aber es gibt wohl ein großes Athlethes Village in Hopkinton und ich werd mich auch so morgens mit einem alten Trainingsanzug wappnen und den am Start zurücklassen. Natürlich geb ich dir dann hier Rückmeldung wie es wirklich war 😉

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