I´m a shoeaholic – Nutzen von Zweitschuhen

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Vor kurzem habe ich versucht euch im Post über Laufschuhe etwas Hintergrundwissen und Tipps zur Schuhwahl zu geben. Wie im Artikel versprochen, möchte ich euch heute etwas über meinen Schuhschrank erzählen, aber natürlich mit einem Hintergedanken. Anhand meines kleines Arsenals, möchte ich euch zeigen, warum es sinnvoll ist, unterschiedliche Schuhtypen zu laufen und welche Schuhe in den Schrank jedes Läufers gehören sollten.

Das Laufschuhregal im Hause Rehspeck
Das Laufschuhregal im Hause Rehspeck

You can never have too many running shoes…

Wie ihr es schon am Bild seht, habe ich eine Menge Laufschuhe, die ich auch aktuell nutze – genauer gesagt 11 Paare 😀 . Ich gebe zu, dass dies etwas übertrieben scheinen mag, aber ich habe einen guten Grund, warum ich jeden von Ihnen besitze 🙂 . Neben dem Luxus wählen zu können, bietet das Laufen von mehreren Paaren auch einen Mehrwert. Ich laufe aktuell zw. 3000 und 3500km im Jahr, 4-7 mal die Woche je nach Trainingsintensität. Wenn ein Laufschuh gelaufen wird, gibt es die Regel, dass man ihm mindestens einen Tag gönnen sollte, um sich von der Belastung zu erholen. Denn die Dämpfung wird beim Laufen strapaziert, das Gewicht des Läufers trifft selbst bei einem lockeren Lauf ungefähr 80x pro Minute (bei einer Schrittfrequenz von 160) mit dem 2-4 fachen Gewicht auf jeweils den linken/rechten Laufschuh. Wenn ihr euch das vorstellt, wird eigentlich schnell klar, dass der tägliche Gebrauch desselben Schuhs nicht sinnvoll ist.

Gegen den Gewöhnungseffekt

Der größte Vorteil, den dir das Laufen von verschiedenen Schuhen bringen kann ist derselbe, den du bei einem variierten Training hast: Deine Füße gewöhnen sich nicht an einen Schuh und durch den unterschiedlichen Schnitt und Konstruktion des Schuhes werden bei jedem Lauf andere Muskelgruppen gefordert und gestärkt. Dies hat einen bessere Muskulatur zur Folge und beugt einseitigen Belastungen vor. Dazu hast du für die verschiedenen Herausforderungen eines strukturierten Trainings immer die richtigen “Werkzeuge” zur Hand. Bei einem Intervalltraining will ich beispielsweise so wenig Schuh und Gewicht wie möglich, während mir bei einem langen Lauf ein angenehmes Laufgefühl wichtig ist. Dazu verändert sich ev. wie bei mir dein Laufstil mit dem Tempo, ich merke z.B. dass ich technisch unsauberer werde, je langsamer ich laufe. Daher brauche ich für die langsamen Läufe einfach etwas mehr Dämpfung, um mir hier entgegen zu kommen. Eine Grundregel wäre pro Trainingstag der Woche ein paar Laufschuhe zu haben – allerdings sollte man bei seinem Schuhtyp bleiben und nicht z.b. von Normalschuhen auf stark gestützte wechseln. Ich kenne aber viele Läufer die ihre Essentials in doppelter Ausführung besitzen -Doch halt… Essentials?  Welche ich meine, will ich euch hier gleich kurz zeigen..und nein, ich werde nicht von Adidas endorsed, gesponsert oder what-so-ever 🙂 . In meiner Heimatstadt gab es damals eine Adidas Fabrik und nun ein Outlet und ich komme als Neutralläufer mit schmalen Füßen mit den Schuhen der Marke mit den 3 Streifen am besten klar, wie eben auch mit jenen von Asics. Daher der aktuell hohe Adidas Anteil, ich bin aber beim Laufschuhkauf weiterhin allen Marken offen, solang sie meine Bedürfnisse erfüllen.

I proudly present: My weapons of choice

1. Meine Kilometerfresser: Der Nike Flyknit Lunar 2, Der Adidas Supernova Glide Boost und der Adidas Boston 4

Wie der Name schon sagt, sind das meine Schuhe, die am meisten zum Einsatz kommen. Von lockeren 8km Regenerationsläufen bis zu den 34Km-Läufen am Wochenende in der Marathon Vorbereitung nutze ich sie. Den Flyknit Lunar 2 habe ich im Feb. 2014 beim Flyknit Lunar Launch von Nike geschenkt bekommen und ich war positiv überrascht, weil er sich wenig wie ein Nike anfühlte. Leider sind die meisten Schuhe der Firma aus Beaverton für mich meist zu “bouncy”, ich fühle mich hier, wenn ich laufe, wie auf einem Trampolin.  Der Lunar hat mich aber überzeugt und sein Nachfolger steht auf der Shoppingliste. Der Adidas Supernova Glide Boost 6 war ein Schnäppchen im Adidas Store und mein erster Boost. Er ist der schwerste meine regulären Laufschuhe und auch jener mit der gefühlt meisten Dämpfung, ich nenne ihn auch gerne den Autobus :D. Der Adidas Adizero Boston 4 ist für mich einer der besten Schuhe, die ich je hatte, die ideale Kombination zw. Wettkampf und Trainingsschuh, da er leicht und direkt und dennoch bequem ist. Der Boston 4 steht allerdings schon kurz vor der Pensionierung, daher zog auch sein Nachfolger bei mir ein.

2. Meine Temposchuhe – Der Adidas Adizero Boston Boost 5 und der Adidas Adizero Feather Prime

Nachdem ich mit dem Boston 4 super Erfahrungen gemacht habe, zog der Boston Boost 5 im Frühjahr bei mir ein und ich habe die Entscheidung nicht bereut. Gegenüber seinem Vorgänger ist er leichter und noch etwas direkter aber Dank des Boostmaterials noch immer angenehm zu tragen. Der Feather Prime lachte mich schon lange an und fand im Juli im SSV den Weg zu mir. Er hat noch eine klassische EVA-Zwischensole, ist also eher hart aber durch das Primeknit Obermaterial (welches ähnlich dem Flywire Nikes ist) sehr flexibel und weich. Ich nutze beide Schuhe hauptsächlich für meine Tempoläufe bzw. für Läufe mit Fahrtspiel, da ich hier genau die Kombi aus Rennschuh und Trainingsschuh benötige.

3. Speedwork : Adidas Adipure Gazelle 2 und Adidas Hagio 2

Steht im Trainingsplan Intervall,Lauf ABC oder kurze Wettkämpfe (bis 10km) dann kommen diese beiden Schuhe zum Einsatz. Sie sind mit 180g und 160g die leichtesten in meiner Sammlung. Der Adidas Gazelle 2 war und ist mein erster Natural-Running Schuh, mit 6mm Sprengung sehr flach und fühlt sich an wie eine Socke. Besonders für Speedwork auf Asphalt liebe ich den Schuh, man spürt den Untergrund und kann aufgrund der griffigen Sohle richtig Gas geben. Ich brauchte aber einige Zeit, um mich an den Schuh zu gewöhnen, bei den ersten kurzen Läufen waren meine Waden nachher sehr beleidigt aufgrund der ungewohnten Belastung. Der Hagio 2 ist mit 4mm Sprengung noch flacher, weißt eine etwas griffigere Sohle auf und ist ein bisschen mehr Schuh als der Gazelle. Deswegen ist er meine erste Wahl für kurze Wettkämpfe wie beim Lichtenauer Wasserlauf (5k) bzw. wenn ich meine Intervalle wieder am Flußufer laufe, wo die Strecke nicht durchgehend asphaltiert ist.

4. Wettkampf: Der Adidas Adizero Adios2 und der Adidas Adizero Adios Boost 2

Geht es hart auf hart und zählen die Sekunden beim Halbmarathon oder Marathon, dann ist die Adidas Adios Reihe für mich das Non-Plus-Ultra. Der Adios 2 mit dem Wilson Kipsang 2013 in Berlin den Marathon Weltrekord auf 2:03.23 verbesserte, war jener Schuh mit dem ich meine bisherig Bestzeit von 2:57h in Berlin aufgestellt hab. Er ist 203g leicht, sehr direkt, aber bietet genügend Stabilität für die Herausforderungen des Wettkampfes. Zuletzt hat er mich noch bei der Tour de Tirol im September durch den Kaisermarathon mit seinen 2400 Höhenmetern gebracht, hat nun aber knapp 650km runter und wird seine Lebensabend als Tempolaufschuh/Kilometerfresser verbringen.  Sein Nachfolger der Adios Boost 2 ist für mich DER Laufschuh schlechthin und aktuell das Beste was man am Markt kriegen kann. Durch die Boost Technologie fühlt sich das schnelle Laufen noch großartiger an und man fliegt förmlich über den Asphalt. Beide Modelle entwickeln für mich ab Geschwindigkeiten unter 4:30min/km erst richtig ihre Fähigkeiten und besonders Läufer die Vorderfuß bzw. Mittelfuß laufen kommen damit perfekt zurecht.

5. Trail: Adidas Kanadia 6, Adidas TRX (Vorserienmodell)

Da ich neben Asphalt auch sehr viel im Gelände laufe habe ich mir 2013 beim Adidas Outlet meinen ersten Trailschuh geholt, den orangen TRX, welches als Vorserienmodell mit 29€ ein wahres Schnäppchen war. Rückblickend gesehen war das eine gute Idee, er brachte mich im Winter auch gut durch 40cm Neuschnee und durch den Matsch des Frühjahrs. Mit meinem geplanten Start bei der Tour de Tirol war ein neuer Schuh notwendig und so schlug ich bei einer 25% Aktion wieder zu und der Kanadia 6 zog ein. Die Entscheidung fiel sehr gezielt, der Schuh ist durch Gore-Tex wasserfest, hat eine sehr gute Sole, aber ist halbwegs flexibel. Er hat mich bisher gut durch den 35km Wörthersee Trail gebracht und war bei der Tour de Tirol beim abschließenden 23km Traillauf im Einsatz.

Diese Schuhe solltest du in deiner Sammlung haben:

Für mich solltest du als regelmäßiger Läufer mindestens 3 paar Schuhe haben, damit kommst du wirklich gut über die Runden.

  1. Ein Kilometerfresser: Der Schuh, den du bequem laufen kannst, egal ob 5 oder 35km. Dämpfung ist hier ein Thema, was du suchts ist ein Schuh der dir einen Soft and stable ride bietet. Beispiele wären hier der Adidas Boston Boost 5, der Nike Flyknit Lunar 3 oder der Asics Gel Nimbus 17.
  2. Einen Schuh für Speedwork/Natural Running: Diese Schuhe liegen aktuell im Trend, auf der Straße sind viele zu sehen die z.b. ihre Nike Frees als Sneaker tragen. Besorg dir ein Paar Natural Running Schuhe und beginne behutsam mit ihnen zu trainieren. Du wirst merken, dass sich selbst nach einem kurzen 2km Lauf Muskelgruppen melden, von denen du beim normalen Lauftraining nie etwas merkst. Steigere langsam deine Distanzen, nutze sie fürs Lauf ABC und nach und nach wirst du die positiven Effekte auf deinen Laufstil und deine Laufökonomie merken. Beispiele wäre hier die Nike Free Serie (je niedriger die Nummer, desto weniger Sprengung), der Adidas Gazelle Boost oder der Asics Gel Zaracca. Gewisse Hersteller wie Vivobarefoot haben sich nur auf diese Art der Schuhe spezialisiert, ich durfte den Evo Pure M bei einem 5k Wettkampf testen und war davon sehr beeindruckt.
  3. Ein Wettkampfschuh/schneller Trainingsschuh: Je nachdem, auf welchem Level du bist,sollte einer der beiden in deinem Regal stehen. Einerseits,um beim Training von deinem KM-Fresser ein bisschen Abwechslung zu haben, der aber nicht so fordernd wie ein NR-Schuh ist. Andererseits, um einen Schuh zu haben mit dem du weißt, dass er dir im Wettkampf den nötigen Halt, aber auch das psychologische Gefühl gibt über den Asphalt fliegen zu können. Meine Tipps hier der Adidas Adios Boost 2, der Asisc Gel-DS Racer 10 und der Nike Flyknit Racer.

So weit mal zu unserem Exkurs und den kleinen Blick in meinem Schuhschrank. Welche Schuhe sind eure absoluten Lieblinge, ohne die ihr nicht könnt? Lauft ihr verschiedenen Paare?

Die Mietz und ich freuen uns über eure Geschichten und Bilder 🙂

 

Hehe :)
Hehe 🙂

 

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11 x Marathon Finisher,Immer und überall Läufer. 2:57h Marathon PB. Läuft 2018 in Valencia, Berlin, Kopenhagen. Running the Six: Berlin,Boston,Chicago ✔ NYC,LDN,TKY to be done.

9 Responses

  1. […] wurde die DOWABO auf der Fibo in Köln vorgestellt. Durch ihr geringes Gewicht und die verschiedenen Größen (0,5l […]

  2. Maudi
    | Antworten

    Den Adidas Adizero Adios Boost zähle ich auch zu den Besten Schuhen, die ich je hatte. Mein Regal umfasst momentan 5 Paar. reicht mir aber auch da ich “nur” zwei- bis dreimal die Woche laufe.
    Aber Schuhspanner in Stoffschuhen? 🙂

    • Rehspeck
      | Antworten

      😀 Maudi, die Mietz war auch ganz verwundert. aber ich hatte mit einigen Modellen verschiedenster Hersteller das Problem, dass sie sich gerade nach Läufen im Regen verformt hatten und dann unangenehme “Reibestellen” auftraten. Seit ich die Spanner verwende ist es nicht mehr aufgetreten und die 99cent für nen Schuhspanner eines bekannten schwedischen Möbelhauses sind es mir wert. Welche Schuhe läufst du aktuell (bin ja immer auf der Suche nach neuen Tipps) ?

      • Maudi
        | Antworten

        Zur Zeit laufe ich den Alphawoolf Trimarino sehr gerne oder den New Balance Fresh Foam. Den Salomon X-Scream wenn es mal bißchen crossiger wird. Der Adios Boost löst sich leider auf, aber kommt hin und wieder moch zum Einsatz und den Newton Gravity, den laufe ich aber zur Zeit sehr ungern

        • Mietze
          | Antworten

          Oi den Fresh Foam find ich auch richtig richtig gut. Für Rehspeck ist der glaube ich zu sehr gedämpft. Newton wollte ich immer mal ausprobieren. Wieso bist du nicht zufrieden mit dem? Hab gehört die sollen sehr direkt sein?

  3. EarnYourBacon
    | Antworten

    Eine ordentliche Auswahl für einen Mann 🙂 Mit sovielen Paar kann ich nicht mithalten.
    Mein “Laufpark” besteht aus meinen kilometerfressenden Asics Gel-Kayanos, von denen ich mittlerweile zwei Paar habe und den Adidas Supernova Sequence 5. Für kurze Wettkämpfe bis 10 km dürfen die superleichten Asics J33 ran und wenn es draußen regnet oder schneit, die wasserdichten Asics GT-2170.
    Fürs Gelände und Hindernisläufe hatte ich mal die Kanadias ausprobiert. Die haben mir allerdings nicht genug Stabilität gegeben, so dass es die Salomon Speedcross 3 geworden sind.
    Aber jedesmal stehe ich vorm Schuhregal und denke… da geht noch was 😉

    • Rehspeck
      | Antworten

      Aber @EarnYourBacon das ist ja auch schon eine ordentliche Auswahl. 2 der oben abgebildeten bei mir sind ja schon kurz vor der Pension, allerdings gabs letzte Woche ja wieder nen Neuzugang (21€ für nen Nike-Laufschuh im Outlet :D). Der Speedcross von Salomon ist echt toll, bin den mal Probegelaufen und war begeistert, aber warte noch auf ein geeignetes Schnäppchen um ihn meiner Sammlung hinzuzufügen.

  4. Daniel
    | Antworten

    Also da ist noch Potential. Ich würde mir noch ein paar richtige Winterschuhe zulegen…

    • Rehspeck
      | Antworten

      Hey Daniel. was definierst du denn als Winterschuhe? Welche würdest du denn empfehlen?
      Denn ich bin mit denen bisher ganz gut bis durch 40cm hohen Schnee gerannt…

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