Wie du dich nach einem DNF wieder motivieren kannst!

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Vielleicht ist es euch selbst schon so ergangen… vielleicht kennt ihr aber auch andere die schon einen Wettkampf abbrechen mussten. Da ich mich nun selber zu den armen Socken zählen muss, habt ihr ja aus erster Hand erfahren wie sich das anfühlt.

Doch wie geht es nun weiter? Was passiert nach dem großen DNF?

Viele haben mir geraten direkt einen neuen Marathon zu laufen. Eventuell sogar gleich 2 Wochen später in München oder 4 Wochen später in Frankfurt. Das kam für mich allerdings nicht in Frage und ich würde es euch auch nicht empfehlen. Nach so einer Erfahrung sollte man vor allem dem Kopf erst einmal Ruhe gönnen. Der Körper kann da sicherlich recht schnell weiter machen, aber da muss man sich doch fragen ob das sinnvoll ist.

Was ich euch empfehlen kann sind folgende Punkte:

Ursachenforschung

Bevor man sich neue Ziele setzt und sich wieder ins Training stürzt, sollte man herausfinden woran es eigentlich gelegen hat. Bei manchen ist es eindeutig: Bist du eventuell krank oder verletzt gestartet? Oder warst in einer wichtigen Phase der Vorbereitung mal krank? Hast du die Verpflegung vorher nicht ausprobiert? Warst du zu schlecht vorbereitet? Wenns ihr jetzt nickt, wars wohl einer dieser Punkte. Die kann man mit entsprechender Vorbereitung im nächsten Jahr wunderbar vermeiden. Macht euch keinen Kopf, denn den selben Fehler macht ihr sicher nicht noch einmal!

Schlechter zu verdauen sind allerdings die Sachen, die man nicht beeinflussen kann. Hattest du Kreislaufprobleme? Hat dich dein Magen zum Aufgeben gezwungen? Hast du auf der Strecke mehr Dixieklos von innen gesehen als dir lieb war? Hat dich deine Kleidung im Stich gelassen und alles fing auf einmal an zu scheuern, auch wenn es das vorher nie getan hat? Dann kann und darf man sich wirklich ärgern. Solche Sachen können leider immer wieder vorkommen, völlig unabhängig von der Vorbereitung. Das muss man wohl als allgemeines Risiko in Kauf nehmen!

Würdige dein bisheriges Training

Auch wenn du nun enttäuscht bist, weil du dein Ziel nicht erreicht hast, kannst du stolz auf dein Training sein. Ich bin mir sicher, dass du dein Bestes gegeben hast um so gut wie möglich vorbereitet zu sein! Klopf dir auf die Schulter, denn du hast alles getan, was die anderen auch gemacht haben. Auch wenn dein Wettkampf nicht so lief wie geplant hast du trotzdem Großartiges geleistet und jede Woche mehrmals deinen Schweinehund überlistet. Du bist laufen gewesen während andere schon den Feierabend eingeläutet haben. Du bist mehr Early Birds gelaufen als deine Kollegen noch friedlich geschlummert haben und ja, genau Du, bist im Tempotraining bis an deine Grenzen gegangen. Das kann dir keiner nehmen. Läuferisch hast du definitiv im Training einige Fortschritte gemacht.

Belohne Dich

Vielleicht kommt dir das doof vor, denn dein großes Ziel hast du ja nicht erreicht, aber auch für dein Training darfst du dich belohnen. Wie diese Belohnung aussehen soll kannst du ganz allein entscheiden. Ich gehe zum Beispiel gerne essen oder belohne mich mit einem guten Buch oder einem schönen Serienabend vor dem Fernseher. Du gehst vielleicht lieber shoppen oder entspannst in der Badewanne mit einer Badekugel von Lush.

Bring Schwung in dein Training

Vielleicht gibt es ja etwas, das du schon immer mal ausprobieren wolltest, dir aber nie die Zeit genommen hast. Vergiss die Trainingstheorie und tue das, was dich glücklich macht. Hast du Lust auf Yoga? Dann los, es ist der perfekte Zeitpunkt dafür! Willst du lieber schwimmen oder auch mal Gewichte stemmen? Dann tu das! Sich direkt an einen Trainingsplan zu halten ist wichtig, wenn man auf ein spezifisches Ziel hin trainiert, aber noch wichtiger ist es den Spaß bei der ganzen Trainiererei nicht zu verlieren.So kann es genau das Richtige für dich deinen Hauptfokus ein bisschen zu verschieben und dir deutlich zu machen, dass es auch noch andere Dinge gibt, für die es sich zu trainieren lohnt als den nächste Wettkampf.

Neues Ziel

Erst jetzt setzt du dir ein neues Ziel! Das muss nicht unbedingt ein Lauf über die selbe Distanz sein. Vielleicht wechselst du auf die Unterdistanzen oder probierst etwas ganz anderes aus. Reizt dich vielleicht ein Triathlon? Denk darüber nach was du in der restlichen Saison oder auch im nächsten Jahr erreichen willst und plane dementsprechend. Ich bin mir sicher, dass du noch viel erreichen kannst, wenn du erneut angreifst.

Aber Achtung: Setze dir Ziele, die erreichbar sind. Vielleicht startest du dann auch nur mit dem Ziel anzukommen und einfach mal richtig Spaß zu haben. Gerade nach einem DNF liegt nun viel Druck auf dir die dein nächstes Rennen gut zu finishen. Da kann ein fehlendes Zeitziel vielleicht das richtige sein um möglichst entspannt an den Start zu gehen.

In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du gut durch deinen ersten Wettkampf nach dem DNF kommst und dich nicht allzu sehr unter Druck setzt den Anforderungen gerecht zu werden, die andere an dich stellen, aber vor allem auch deine eigenen nicht zu enttäuschen!

Vergiss nicht: Wir machen das aus Spaß!

Deine Mietze

 

Folge Mietze:

Tierärztin

immerhungrige katzenverliebte fitnessverrückte Weltenbummlerin

3 Responses

  1. […] Wir bleiben beim mentalen. Und bei einem für Hobbysportler ernsten Thema – DNF. Did not finsih! Nicht ins Ziel gekommen und wer schreibt darüber? Mietze von Boost The Mietz – was für ein Name für einen Laufblog. Sie beschreibt, wie sie sich aus dem Tal der Tränen heraus zieht und wieder neue Pläne und Ziele schmiedet. Für alle interessant, denen es einmal so ergeht. Bei mir ist es ja auch erst paar Wochen her. Den Artikel findest du hier… […]

  2. Julia
    | Antworten

    Genau! Kopf hoch, Prinzessin, sonst fällt die Krone runter! So sagt man doch… 😉 Ich stimme Dir in jedem Punkt zu. Das hast Du sehr schön geschrieben, danke.

  3. Laufwelt
    | Antworten

    Vor allem den letzten Satz kann ich nur mehr als unterstreichen!

    Druck hat man schon genug im Leben – warum soll man diesen auch noch in der Freizeit erleben müssen.

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